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Beckenbodenprobleme und Inkontinenz: Autoprothetik sorgt für deutliche Verbesserung der Lebensqualität

20.06.2018

Aufgrund der anatomischen Unterschiede sowie der besonderen Belastungen während Schwangerschaft und Geburt sind Kontinenz- und Beckenbodenprobleme bei Frauen besonders häufig. Neben Inkontinenz kann es auch zu einer Beckenbodenmuskelschwäche, zu einer Überdehnung des Beckenbindegewebes sowie zu einer Lageveränderung der Beckenorgane kommen. Mit Hilfe der chirurgischen Verpflanzung von Eigengewebe zur Festigung des betroffenen Areals im Beckenboden lässt sich eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreichen.

"Das ist also eine Art von Autoprothetik", fasst Heinz Kölbl, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und des AKH Wien, zusammen. Kölbl ist zugleich lokaler OK-Chef des 43. Meetings der IUGA (International Urogynecological Association), des weltweit größten Fachkongresses, der von 27. bis 30. Juni 2018 im Austria Center Vienna stattfindet.

Bei diesem chirurgischen Eingriff - wenn konservative Methoden oder Medikamente nicht das erwünschte Ergebnis erzielt haben - wird körpereigenes Gewebe aus einem dem betroffenen Areal naheliegenden Bereich entnommen, gestrafft und mittels Vernarbung dazu gebracht, dass die gewünschte Festigkeit verbessert wird. Kölbl: "Durchschnittlich verbessert das die Lebensqualität der betroffenen Patientin um mindestens 30 Prozent." Schon jetzt wird auch an der Verwendung von externem Stammzellengewebe geforscht. Kölbl: "Unsere Vision ist es, künftig, minimal invasiv, externes Gewebe einzubringen, das noch stabiler und noch funktionaler ist." Denn vielfach kommt es bei den Betroffenen derzeit noch zum Rückfall und damit zu einer notwendigen zweiten oder sogar dritten Operation, um den Beckenboden zu festigen.

Wiener Beckenbodenzentrum ist führend

Die Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und des AKH Wien ist mit ihrem Beckenbodenzentrum international führend - was auch die vielen urogynäkologischen Kongresse in Wien unterstreichen. Im Oktober findet auch der ESGE 27th International Congress der Europäischen Gesellschaft für Magen-Darm-Endoskopie in Wien statt - mit Fokus auf Frauengesundheit. Die ForscherInnen in Wien sind in aktuellen Studien auch dabei, anhand von Gen-Mustern Risikoprofile für spätere schwere Beckenbodenschädigungen zu entwickeln. "Damit wir vielleicht schon vorher festlegen können, dass Frauen aus der Risikogruppe zum Beispiel nicht spontan entbinden sollten, um spätere Inkontinenz oder andere Beckenbodenschäden zu vermeiden", erklärt Kölbl, der auch Mitglied im Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien ist. Ein ähnliches Risikoprofil gibt es bereits bei Frauen, die kleiner als 160 Zentimeter sind: diese sollten nicht mehr spontan entbinden, wenn der Embryo schwerer als 4.000 Gramm ist. Kölbl: "Dann liegt das Risiko für Beckenbodenproblemen bei 100 Prozent."

Jede dritte Frau hat im Lauf ihres Lebens Probleme mit der Blase, jede 25. Frau bekommt nach der Geburt eines Kindes Beckenbodenprobleme. Und rund 3 Prozent aller Frauen sind von symptomatischen Formen eines Beckenbodenvorfalls (ein sogenannter Prolaps) betroffen.

Meeting der internationalen urogynäkologischen Organisation (IUGA) in Wien

Von 27. bis 30. Juni 2018 findet im Austria Center Vienna das 43. Meeting der IUGA (International Urogynecological Association) statt. Heinz Kölbl, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und des AKH Wien, ist lokaler Kongress-Präsident. Rund 1.500 Top-ExpertInnen werden erwartet. Alle Infos: www.iugameeting.org.

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