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Rezeptoren für Wachstumsfaktor auch auf Immunzellen aktiv © APA (Hochmuth)
Rezeptoren für Wachstumsfaktor auch auf Immunzellen aktiv © APA (Hochmuth)

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Darmkrebs: Neue Funktion von bekanntem Biomarker entdeckt

13.04.2017

Die vermehrte Bildung von Rezeptoren für den sogenannten Epidermal Growth Factor (EGFR) an der Oberfläche von Tumorzellen fördert deren Wachstum und ist das Ziel von innovativen Therapien. Doch diese Rezeptoren haben offenbar auch einen Effekt auf eine Dickdarmkrebserkrankung, wenn sie auf Immunzellen vorkommen. Das geht aus Forschungen von Wiener Wissenschaftern hervor.

Um den EGFR zu hemmen, werden in der Darmkrebstherapie sogenannte Anti-EGFR-Antikörper zur Behandlung der Patienten eingesetzt. Aus unbekannten Gründen profitieren aber nicht alle Betroffenen von dieser Therapie. Das könnte daran liegen, dass EGFR bei Darmkrebs-Patienten nicht nur in Tumorzellen, sondern auch in den tumorumgebenden Immunzellen vorhanden ist. Das ist das Ergebnis einer in "Gastroenterology" veröffentlichten Studie eines Forschungsteams rund um Maria Sibilia vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien.

"Wir konnten im Mausmodell zeigen, dass EGFR-positive myeloische Zellen das Tumorwachstum ankurbeln. Durch Abschalten des EGFR in diesen Immunzellen wurde das Wachstum so gut wie gestoppt", wurde Sibilia, Leiterin des Instituts und stellvertretende Leiterin des Comprehensive Cancer Centers (CCC; MedUni Wien/AKH), zitiert. Die Untersuchung wurde fächerübergreifend in Kooperation mit Onkologen von den Universitätskliniken für Innere Medizin I und III sowie Pathologen durchgeführt.

EGFR bewirkt erhöhten Ausstoß von Interleukin-6

Die Forscher konnten auch zeigen, dass Darmkrebspatienten eine schlechtere Überlebensprognose haben, wenn solche EGFR-positiven myeloischen Zellen im Tumor vorhanden sind - und zwar auch, weil EGFR in den myeloischen Zellen einen erhöhten Ausstoß des Zytokins Interleukin-6 (IL6) bewirkt. Bisher war EGFR in den Tumor umgebenden Zellen (Stroma) nicht beachtet worden, weil man davon ausgegangen war, dass deren Expression nur in den Tumorzellen selbst eine Rolle spielt.

Das könnte wiederum erklären, warum bei manchen Betroffenen die auf den Tumor gerichtete EGFR-Therapie schlechter oder gar nicht anschlägt. Sibilia: "Es könnte sein, dass EGFR gar nicht im Tumor selbst wirkt, sondern dass hauptsächlich die EGFR-positiven myeloischen Zellen das 'Kraftwerk' des Tumors darstellen." Das soll nun in weiteren Studien überprüft werden. Das Kolonkarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Industrienationen. In Österreich erkranken rund 4.500 Menschen jährlich an Darmkrebs.

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