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Die Zukunft des Impfens: Zivilisationserkrankungen wie Alzheimer und Allergien im Fokus

12.12.2017

Der Österreichische Impftag 2018 steht unter dem Motto "Künftige Impfstoffe - Wo geht die Reise hin?" Dabei geht es zum einen darum, welche verbesserten Impfstoff-Varianten gegen Influenza, Pertussis oder Herpes Zoster man künftig erwarten darf. "Zum anderen geht es um die Frage, welche neuen Impfstoffe sich nicht nur gegen Infektionskrankheiten, sondern auch gegen Zivilisationserkrankungen in Entwicklung befinden", sagte Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des Österreichischen Impftages und Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Dazu zählen die ersten erfolgreichen Studienergebnisse bei einer möglichen Impfung gegen Alzheimer. Ein weiteres wichtiges Thema ist die möglichst verständliche und vertrauensvolle Impfaufklärung in der täglichen Praxis durch ÄrztInnen und ApothekerInnen.

Es geht darum, das menschliche Immunsystem gegen Alzheimertypische Proteine wie Aß oder TAU, die für die Entstehung der Erkrankung unter anderem verantwortlich gemacht werden, zu trainieren. An der Entwicklung einer TAU-Protein-basierten Impfung gegen die fortschreitende Alzheimer Erkrankung ist die Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien in Kooperation mit der MedUni Graz maßgeblich beteiligt. Erste Ergebnisse der klinischen Testung lassen hoffen, dass man die ersten richtigen Schritte zu einer Impfung gegen diese Ursache von Alzheimer gemacht hat. Die MedUni Wien gilt in der klinischen Erforschung dieser Immuntherapie als weltweit führend.

TAU-Proteine sind maßgeblich am Stofftransport in den Nervenzellen beteiligt. Wenn diese Proteine hyperphosphoriliert sind, also mit Phosphatgruppen gesättigt, ist der Stofftransport gestört, es kommt zu Funktionsstörungen und schließlich zum Zelltod. Das wiederum ist eine der Hauptcharakteristika von Alzheimer. Die Impfung soll diese Störung verhindern und damit die weitere Verschlechterung der Gedächtnisleistung stoppen. Rund zehn Prozent aller Menschen über 65 Jahre und ein Drittel der über-80-Jährigen leiden an Alzheimer. In Österreich sind derzeit rund 90.000 Menschen betroffen.

"Künftig werden wir uns beim Impfen nicht nur ausschließlich auf Infektionskrankheiten, sondern vermehrt auf solche Zivilisationserkrankungen konzentrieren", erklärt Wiedermann-Schmidt und bringt auch eine mögliche Impfung gegen Allergien ins Spiel - daran arbeitet das Team rund um Rudolf Valenta vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien. Die ersten Studienergebnisse sind so viel versprechend, dass Impfungen gegen Schnupfen und gegen Allergien noch vor deren Auftreten in naher Zukunft möglich scheinen. Dem Motto des Impftags entsprechend wird aber auch das Thema Reiseimpfungen behandelt werden und die neuesten Ergebnisse über Zika- und Dengueimpfstoffe diskutiert. "Bei neuen Impfstoffen stellt sich immer die Frage: wie sicher sind sie?", kennt Wiedermann-Schmidt die Bedenken in der Öffentlichkeit. "Aber bis zur Zulassung eines Impfstoffs gibt es enorme Sicherheitsstufen und -prüfungen zu durchlaufen. Impfungen sind generell sicher."

"Trotz der unbestreitbaren Sicherheit von Impfungen sehen wir in der Praxis immer öfter Menschen, die genau das bezweifeln", sagte der Sprecher des Referats für Impfangelegenheiten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Rudolf Schmitzberger. Selten stecke jedoch radikale Ablehnung dahinter. Vielmehr gerieten gerade Eltern oft in regelrechte Gewissenskonflikte. Ursache seien vor allem die vielen im Internet kursierenden Falschinformationen. "Diese Eltern ringen um eine verantwortungsvolle und richtige Entscheidung für ihr Kind. Die Arzt-Patienten-Kommunikation spielt somit gerade beim Impfen eine Schlüsselrolle, wie mittlerweile zahlreiche Studien von Psychologen und Kommunikationswissenschaftern belegen."

Bei der Einschätzung von Risiken komme z.B. oft das Sicherheitsdenken, eine Grundkonstante menschlichen Handelns, zum Tragen. Schmitzberger: "Im Impfkontext heißt das: Das statistisch noch so unbedeutende Risiko einer Impfreaktion wiegt ungleich schwerer als der immense Vorteil, vor einer Erkrankung geschützt zu sein." Am Österreichischen Impftag widmet sich daher ein eigener Workshop dem Thema Kommunikation und Aufklärung. "Denn je besser wir Ärztinnen und Ärzte über die psychologischen Mechanismen von Entscheidungsprozessen Bescheid wissen, desto besser können wir auch im Praxisalltag eine vertrauensvolle Impfaufklärung gestalten", so der Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer.

Gesunde Gesellschaft: Kompetente Beratung in der Apotheke

In den rund 1.400 Apotheken in Österreich werden die Kundinnen und Kunden umfassend in Gesundheitsfragen beraten. Beim Thema Impfen ist mehr denn je Aufklärungsarbeit zu leisten, denn nur durch Wissen können vermeidbare Krankheiten bekämpft werden. Hier leisten Apothekerinnen und Apothekern enorm wichtige Beratungsgespräche.

"Mangelndes Wissen über Gesundheit hat viele Irrtümer zur Folge. So wird manch Impfskeptiker schnell zum Impfgegner. Hier ist es enorm wichtig, dass wir in der Apotheke zum Thema Impfen unermüdlich aufklären. Denn Impfen ist die kostengünstigste und effektivste Vorsorgemaßnahme, die die Wissenschaft kennt!" so Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger, Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Apothekerkammer. Eine Übersicht über aktuelle Impfempfehlungen und Impfstoffe finden Sie auch auf der Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer. Das Modul "Impfungen" dient als elektronischer Impfpass.

Infos für Redaktionen: Fotos zur Pressekonferenz am 12. Dezember 2017 stehen Ihnen unmittelbar nach der Veranstaltung unter APA-OTS [hier] (http://www.apa-fotoservice.at/galerie/11478) zur Verfügung.

Österreichischer Impftag 2018

Samstag, 13. Jänner 2018, "Künftige Impfstoffe – Wo geht die Reise hin?" (Austria Center Vienna, Bruno-Kreisky-Platz 1, 1220 Wien, 8-17 Uhr). Der Österreichische Impftag ist die größte richtungsweisende Impfveranstaltung für ÄrztInnen und ApothekerInnen in Österreich und wird von der Österreichischen Akademie der Ärzte GmbH in Kooperation mit der MedUni Wien, der Österreichischen Ärztekammer sowie der Österreichischen Apothekerkammerveranstaltet. Alle Infos und Anmeldung: [www.impftag.at] (http://www.impftag.at)

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
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   johannes.angerer@meduniwien.ac.at
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   Österreichische Ärztekammer
   Öffentlichkeitsarbeit
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   E-Mail: a.riedel@aerztekammer.at
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   www.aerztekammer.at
   
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   E-Mail: m.tschank@arztakademie.at
   Walcherstrasse 11/23, 1020 Wien
   www.arztakademie.at

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