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Die geheimen Kräfte von Blut, Schweiß und Tränen

10.01.2018

Körperflüssigkeiten haben ein PR-Problem. Erwähnen Sie einmal Blut oder Schweiß bei einem Abendessen mit Freunden - Sie werden wenig begeisterte Blicke ernten. Aber Wissenschaftler betreiben schon seit Jahren Forschung auf diesem Gebiet: Denn sie konnten einige Stoffe in Körperflüssigkeiten identifizieren, die zu faszinierenden Erkenntnissen führten. Manche von ihnen eignen sich auch ausgezeichnet zur Behandlung von Krankheiten.

Schweiß

Wir halten Schweiß nur für ein geruchsstarkes Nebenprodukt eines intensiven Work-Outs oder heißer Sommertage. Doch zukünftig könnte Schweiß genutzt werden, um Menschen auf Giftstoffe, Krankheiten und Infektionen zu testen. Das US- Forschungsunternehmen Eccrine Systems entwickelt Schweißsensoren, die zahlreiche Biomarker überwachen. Mittels eines Pflasters auf der Haut misst der Sensor Echtzeit-Daten, die er aus der Schweißabsonderung erhält. Er gibt Auskunft darüber, ob der Träger gerade unter Flüssigkeitsmangel leidet, gestresst ist oder seine Medikamente nehmen muss. Schweiß hat also in bestimmten Fällen großes Potential als angenehme Alternative zu Blut- und Urinproben.

Tränen

Tränen sind zwar Teil unseres alltäglichen Lebens, aber bleiben trotzdem noch ein wissenschaftliches Geheimnis. Wir wissen, dass Menschen die einzigen Primaten sind, die weinen können - aber warum wir das tun, ist noch sehr umstritten. Eine Theorie besagt, dass Tränen das zwischenmenschliche Bindungsverhalten stärken. In der Vergangenheit konnte Tränenforschung nur sehr eingeschränkt stattfinden, da eine Probennahme dieser salzigen Flüssigkeit oft eine große Herausforderung darstellte. Denn Tränenspender sind sehr schwer zu finden, vor allem die männlichen. Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass Tränen frisch untersucht werden müssen. Dafür hat Noam Sabel, ein Neurobiologe am israelischen Weizmann Institute of Science, eine Lösung gefunden: Er hat eine Methode entwickelt, um Tränen blitzartig einzufrieren. In gefrorenem Zustand können sie dann in einer Tränenbank eingelagert werden, die in etwa genauso wie eine Blutbank funktioniert. Die Tränenforscher hoffen, dass sie eine derartig große Sammlung an Tränen aufbauen können, dass Wissenschaftler Tränenproben von Spendern jeden Alters und Geschlechts ganz einfach bestellen können. Die Bereitstellung einer großen Anzahl an Tränenproben ist ein weiterer Schritt zu faszinierenden Entdeckungen auf diesem Gebiet: So konnte Noam Sobel 2012 in einer Studie zeigen, dass weibliche Tränen Pheromone enthalten, die eine Reduktion sexueller Erregung bei Männern sowie ein Absinken des männlichen Testosteron-Spiegels zur Folge hatten.

Nabelschnur-Blut

Forscher konnten erst kürzlich einen speziellen Protein-Komplex aus Nabelschnur-Blut isolieren, der einen neuen Ansatz für zukünftige Therapien darstellen könnte. Das Protein "neonatal NET inhibitory factor (nNIF)" könnte bei der Behandlung von Entzündungen und Sepsis (eine Blutvergiftung) zum Einsatz kommen. Es ist bei Säuglingen bis zu zwei Wochen nach der Geburt nachweisbar, kann dann aber bei älteren Kleinkindern oder Erwachsenen nicht mehr nachgewiesen werden.

Muttermilch

Muttermilch rückte erst kürzlich wieder stärker in die Aufmerksamkeit der Medien: Bodybuilder kauften Muttermilch am Schwarzmarkt, um so von deren angeblich positiven Einfluss auf den Muskelaufbau zu profitieren. Die Forschung ist aber schon seit langem an Muttermilch interessiert, da sie zur Stärkung des Immunsystems und Bekämpfung von Infektionen bei den gestillten Säuglingen beiträgt. Während die meiste Forschung auf diesem Gebiet noch in ihren Kinderschuhen steckt, zählt der Proteinkomplex HAMLET (Human Alpha-lactalbumin Made LEthal to Tumor cells) zu einem interessanten Ansatz in der Krebstherapie. Diese Verbindung aus Protein und Fettsäuren attackiert Krebszellen, aber verschont dabei gesunde Zellen. Es konnte gezeigt werden, dass der Proteinkomplex in Labortests bis zu 40 unterschiedliche Typen an Krebszellen töten konnte. Die Hypothese hinter diesem Mechanismus: Das Protein-Fettsäuren-Duo identifiziert Krebszellen, dringt in den Zellkern ein und beschädigt die DNA, was schließlich zum Tod der Krebszelle führt.

Wenn Sie also das nächste Mal weinen müssen, denken Sie an Noam Sabel - er hätte sich bestimmt darüber gefreut.

Diese Meldung ist Teil des neuen Pfizer-Wissenschaftsblogs. Weitere Beiträge finden sich unter: www.pfizer.at/get-science

Quelle: Pfizer

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