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Vor allem "Marketinginstrument der Industrie" © APA (Hochmuth)
Vor allem "Marketinginstrument der Industrie" © APA (Hochmuth)

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Experten fordern mehr Transparenz bei Medikamentenstudien

31.07.2017

Experten fordern mehr Transparenz bei Anwendungsstudien, mit denen Pharmafirmen schon zugelassene Medikamente noch einmal testen lassen. Diese dienen nur dazu, den Verkauf der Arzneimittel anzukurbeln und hätten kaum wissenschaftlichen Wert, lautet die Kritik. Zudem wissen die Patienten oft nicht, dass ihre Daten weitergegeben werden, berichtete das Ö1-Morgenjournal.

In den vergangenen sechs Jahren nahmen in Österreich mehr als 400.000 Patienten an den Pharmastudien teil. Seit 2012 müssen diese bei der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) registriert werden. Die teilnehmenden Ärzte sowie deren Honorarhöhen werden jedoch nicht veröffentlicht, kritisierte Claudia Wild vom Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment. "Diese Anwendungsstudien sind zum Großteil ein Marketinginstrument der Industrie", sagte Gerald Gartlehner vom Institut Cochrane, einem unabhängigen Netzwerk von Wissenschaftern.

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber könnte sich vorstellen, dass in Zukunft mehr Daten zu den Studien veröffentlicht werden. Das sei aber eine Entscheidung der Behörde und der Politik. "Ich denke, es würde Sinn machen, die Daten zu veröffentlichen, die bisher nicht öffentlich waren", sagte auch Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. Vonseiten der AGES hieß es, dass durch die Meldepflicht verkaufsfördernde Maßnahmen bereits vermieden werden konnten und bisher niemand "konkrete Unanständigkeiten" angezeigt habe.

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