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Möglicher Ansatz für die Entwicklung von Wirkstoffen © The Austrian Notho Project
Möglicher Ansatz für die Entwicklung von Wirkstoffen © The Austrian Notho Project

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Forscher deckten Alterungs-Mechanismus bei kurzlebigem Fisch auf

27.07.2018

Einen Mechanismus, der die Alterung der Zellen des afrikanischen Killifisch (Nothobranchius furzeri) vorantreibt, haben Forscher der Veterinärmedizinischen Universität und Medizinischen Uni Wien entschlüsselt. Wie sie im Fachjournal "Histochemistry and Cell Biology" berichten, fanden sich die gleichen Abläufe auch bei Mäusen. Das öffne möglicherweise neue Tore für die Wirkstoff-Entwicklung.

Da der afrikanische Killifisch im Schnitt lediglich vier Monate alt wird und sein Erbgut (Genom) überdies vollständig entschlüsselt ist, fungiere der "türkise Prachtgrundkärpfling" zunehmend als beliebtes Forschungsobjekt, heißt es am Freitag in einer Aussendung der Vetmed. Die Wissenschafter um Sabine Lagger von der Abteilung für Labortierpathologie der Vetmed und Gordin Zupkovitz und Oliver Pusch von der Meduni Wien nahmen in ihren Analysen speziell die Histon-Deazetylasen (HDACs) unter die Lupe.

Bereits Hinweise vorhanden

Es gab bereits Hinweise, dass diese eine wichtige Rolle in der Zellzyklusregulation sowie im Alterungsprozess von Zellen oder bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen spielen. Tatsächlich zeigt Nothobranchius furzeri auch Symptome von Demenz. Das macht die Tiere, die in der österreichweit einzigen Killifisch-Facility an der Meduni Wien gezüchtet werden, zu gefragten Kandidaten, wenn es um die Analyse der Vorgänge beim Altern im Zeitraffer geht.

Im Rahmen ihrer Arbeit zeigten die Forscher, dass bei alternden Killifischen immer weniger HDACs produziert werden. Das hängt wiederum damit zusammen, dass die DNA sozusagen zunehmend schlechter ablesbar wird. Der Rückgang an verfügbaren HDACs hatte überdies zur Folge, dass mit dem Protein p21 ein Stoff produziert wurde, der den Zellzyklus verlangsamt.

Auch bei Mäusen fanden die Wissenschafter die gleichen Abläufe. "Das lässt sogar den Schluss auf einen evolutionär konservierten Mechanismus des zellulären Alterns zu", sagte Lagger. Da es sich hier um einen Prozess handle, der prinzipiell umkehrbar sei, könnte das "ein Ansatz für die Entwicklung von Wirkstoffen sein, die etwa den von uns gezeigten Mechanismus gezielt aufhalten können", so die Forscherin.

Service: https://doi.org/10.1007/s00418-018-1687-49

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