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Fünf-Jahres-Überlebensrate an Kinderonkologie in Tirol bei 80 Prozent

07.06.2018

Die Fünf-Jahres-Überlebensrate der Patienten an der Innsbrucker Kinderonkologie liegt gegenwärtig bei rund 80 Prozent. Um weitere Fortschritte zu erzielen, möchte Thomas Müller, Direktor der Universitätsklinik für Pädiatrie, künftig die im Erwachsenenbereich bereits fußfassende Immuntherapie in der Kinderonkologie etablieren.

Ebenjene bezeichnete Müller als "elegante Methode", die neben der "klassischen Chemotherapie" in Innsbruck verstärkt zum Einsatz kommen solle. Dazu seien noch Studien und eine Ethik-Kommission vonnöten. Insgesamt gehe es darum, unabhängig von der Behandlungsmethode, Therapiestudien zu erstellen. Denn damit werde eine Einheitlichkeit in der Behandlung erreicht. "Die Kinder werden nämlich nach Protokollen behandelt", erklärte Müller. Dass bei alldem das Geld für Lehre und Forschung nicht unwesentlich ist, ließ er mehrmals anklingen.

Forschungsprofessur für Kinderonkologie

Die von der Kinderkrebshilfe kürzlich getätigte Spende von 500.000 Euro kam in diesem Kontext nicht ungelegen. Der Direktor der Medizinischen Universität Innsbruck, Wolfgang Fleischhacker, zeigte sich jedenfalls hochzufrieden. Dieses Geld werde in eine Forschungsprofessur für Kinderonkologie, in "klinische Forschungsmittel" und Forschung und Lehre ganz generell investiert.

Noch konkreter wurde Müller in Bezug auf die getätigte Spende. Diese solle etwa in "Dokumentations-Assistenten" investiert werden oder einen "Survivor-Pass" für "Langzeitüberlebende" ins Leben rufen. Dieser soll vor allem für ehemalige Kinderonkologie-Patienten und deren Ärzte von Relevanz sein. In diesem könne man, nach Mutter-Kind-Pass-Vorbild, Langzeitdaten sammeln und somit dem Arzt mitteilen, welche Medikamente für die "Überlebenden" nach zehn bis 15 Jahren problematisch sein könnten.

2017 wurden 77 Kinder und Jugendliche stationär in der Innsbrucker Kinderonkologie versorgt. 30 Prozent in dieser Altersgruppen litten an Leukämie, bei 23 Prozent wurden Hirntumore diagnostiziert. Die Heilungschancen sind in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Noch in den 1960ern lag diese bei krebskranken Kindern bei unter 20 Prozent. Die Forschungsprofessur und die damit einhergehende Zusammenarbeit der "tirol kliniken" mit der Medizinischen Universität Innsbruck wecke Hoffnungen auf eine weitere Verbesserung dieser Quote, hieß es.

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