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Symposium als Treffpunkt zwischen Medizin, Pharma und Gesundheitspolitik © APA (Fohringer)
Symposium als Treffpunkt zwischen Medizin, Pharma und Gesundheitspolitik © APA (Fohringer)

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Gesundheitsforum Seitenstetten: "Weniger Worte, mehr Taten" gefordert

11.05.2017

Konzepte für eine Verbesserung des österreichischen Gesundheitswesens gibt es seit langem genug. Für die Menschen zählt nur deren Umsetzung in möglichst hoher Qualität, hieß es aus Anlass der Eröffnung des Gesundheitsforums Seitenstetten "Prävenire" in Niederösterreich (bis 12. Mai).

Das Symposium findet 2017 zum zweiten Mal statt und soll mit weit mehr als hundert Teilnehmern aus Medizin, Pharma und Gesundheit einerseits interdisziplinäre Diskussionen zu Stand und Zukunft des Gesundheitswesens ermöglichen, andererseits konkrete Projekte fördern. "Less words, more action, Gentlemen please" (Weniger Worte, mehr Taten, bitte; Übers.), zitierte der Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, Winston Churchill in seinem Eröffnungsvortrag. "Ich habe das Gefühl, wir leben in durchaus spannenden Zeiten. Nichts bleibt stabil. Wir haben in der Medizin Disziplinen, die in einer Krise sind und gleichzeitig eine Welle unglaublicher Innovationen."

Alte Dogmen umgestoßen

Völlig neue Erkenntnisse stießen derzeit regelmäßig alte Dogmen um. In immer schnellerem Takt seien Entscheidungen darüber zu treffen, in welche aufwendigen High-Tech-Geräte wirklich zukunftsorientiert zu investieren sei. Gleichzeitig müsse die Medizin der Bevölkerung in Gesundheitsfragen Sicherheit und Vertrauen geben, sagte Müller.

Die Heilkunde stehe mit der Digitalisierung in einem vollkommenen Umbruch, sagte der Rektor der MedUni Wien. "Die Medizin war im letzten Jahrhundert von einem Reduktionismus geprägt: Vom Organismus über die Organe zu den Zellen und Molekülen." Nunmehr aber stehe immer mehr das Gesamtbild aller verfügbaren Informationen über den einzelnen Patienten im Vordergrund. "Der Mensch ist ein Datensatz."

Ethikfragen gewinnen an Bedeutung

Die Schnelligkeit der technischen Entwicklung in der Medizin mache aber in der Ausbildung der künftigen Ärzte die Vermittlung von Haltung nur noch wichtiger, betonte Müller. Gleichzeitig würden alle Fortschritte in der Heilkunde nichts daran ändern, dass die Prävention von Krankheit das überragende Ziel sein müsse. "Wir glauben, dass es zu einer Renaissance der Prävention kommt. (...) Wir haben beschlossen, dass die MedUni Wien eine 'Präventionsuniversität' werden soll." Die Zukunft der Medizin werde in einer High-Tech-Umwelt in der möglichst langen Vermeidung von Krankheit mit wohnortnaher und vermehrt telemedizinischer Versorgung der Menschen - am besten in einem "Spital ohne Patienten" - liegen. Die moderne Technik werde zu mehr Freiheit der Patienten führen. Den Ärzten sollte sie aber auch wieder mehr Zeit für die Betreuung des einzelnen Kranken bringen.

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