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v.li.: Rektor Hellmut Samonigg, Vizerektorin Caroline Schober-Trummler, Peer Schatz, Wolfgang Graier © Med Uni Graz
v.li.: Rektor Hellmut Samonigg, Vizerektorin Caroline Schober-Trummler, Peer Schatz, Wolfgang Graier © Med Uni Graz

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Grundlagenforschung an Med-Uni Graz wurde neu strukturiert

06.04.2018

Die Medizinische Universität Graz hat ihre Grundlagenforschung neu strukturiert. Der Großteil der bisherigen Institute der Vorklinik wurden zu drei Forschungszentren zusammengefasst. Das erste, das Gottfried-Schatz-Forschungszentrum mit dem Schwerpunkt zelluläre Signaltransduktion, Stoffwechsel und Altern, wurde am 6. April feierlich eröffnet.

"Bisher hatten wir mehrere Kleinflugzeuge, jetzt haben wir Turbinen auf drei Dreamliner montiert, um schneller, weiter und höher unterwegs zu sein", fasste Rektor Hellmut Samonigg bildlich gesprochen den Umbauprozess der Vorklinischen Institute rückblickend zusammen. Nüchtern betrachtet könnte man auch sagen: Zwölf vorklinische Institute wurden in drei thematisch fokussierte Forschungszentren (Research Centers) übergeführt, die seit Jahresbeginn die neuen Organisationseinheiten darstellen. Zugleich hat man sich auf eine neue inhaltliche Fokussierung geeinigt. "Es geht uns um eine Bündelung der Kräfte zu Funktionseinheiten, welche in ihrer Dimension und ihrer inhaltlichen Gestaltung das Forschungspotenzial und die Sichtbarkeit nach außen und innen maßgeblich erhöhen", formulierte der Rektor.

Als erstes Center wurde das Gottfried-Schatz-Forschungszentrum für zelluläre Signaltransduktion, Stoffwechsel und Altern eröffnet. Es wurde nach dem vielfach ausgezeichneten österreichisch-schweizerischen Biochemiker benannt, der 1954 bis 1961 an der Grazer Uni Chemie und Biochemie studiert hatte. In der Wissenschaft war der spätere Professor an der Universität Basel führend an der Aufklärung der Bildung von Mitochondrien beteiligt und gilt als Mitentdecker der mitochondrialen DNA. Schatz (1935 - 2015) war nach seiner Emeritierung vier Jahre Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats.

Mechanismen der Mitochondrien

Forschungsthemen im neuen Grazer Zentrum werden die Mechanismen des Energiestoffwechsels der zellulären Kraftwerke - der Mitochondrien - und der Fettstoffwechsel sein. Weiters werden sich die Forscher mit den molekularen Ursachen und der Modellierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Patho-Physiologie der Plazenta sowie der Alterung generell beschäftigen. Im Zentrum wurden vier vorklinische Institute mit insgesamt 175 Mitarbeitern zusammengeführt. Ihnen stehen im Neubau des Med-Campus Graz rund 2.500 Quadratmeter Forschungsfläche zur Verfügung.

Eine Schlüsselfunktion bei der Ausrichtung des Zentrums kommt laut der Vizerektorin für Forschung, Caroline Schober-Trummler, dem "Strategiekomitee" zu: Dieses werde nicht nur mit den Lehrstuhlinhabern, sondern auch den erfolgreichsten jungen Arbeitsgruppenleitern besetzt. Bei Stellenbesetzung werde man "mehr denn je darauf achten, dass hinzukommende Personen die Schwerpunkte verstärken", wie Samonigg hinzufügte.

Lob für "organisatorische Agilität"

Zur Eröffnung war u.a. auch Peer Schatz, Sohn des Namensgebers und CEO des Gendiagnostik- und Biotechunternehmens Qiagen, gekommen. Er hob die "organisatorische Agilität" der Universität hervor und begrüßte den Weg der Forschungszentrumsbildung. "Es ist ein Modell, das klar bewiesen hat, dass es Erfolg bringen kann. Als Unternehmer möchte man genau mit solchen Zentren zusammenarbeiten", sagte Schatz. Mit der Med-Uni Graz verbinde ihn bereits eine jahrelange Kooperation, in der u.a. weltweite Standards zur Entnahme von genetischen Proben mitdefiniert wurden.

Neben dem Gottfried-Schatz-Forschungszentrum wurden mit Jahresbeginn noch das Otto-Loewi-Forschungszentrum für Gefäßbiologie, Immunologie und Entzündung sowie das Forschungs- und Diagnostikzentrum für molekulare BioMedizin ins Leben gerufen, die gesondert vorgestellt werden sollen, wie es hieß.

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