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Partnermeldung

Kick-off für internationales Forschungsprojekt „CO-TRAIN“

22.06.2017

Das AIT Austrian Institute of Technology fungiert als Konsortialführer für das länderübergreifende Projekt „CO-TRAIN“ als Teil des Europäischen AAL-Programms für aktives und begleitetes Leben. Die Hauptzielsetzungen von CO-TRAIN sind die Entwicklung, das Testen und Evaluierung eines Trainings- und Coaching-Systems, welches die spezifischen Defizite älterer Erwachsener mit Demenz und körperlicher Gebrechlichkeit adressiert.

Das internationale Forschungsprojekt „CO-TRAIN“ wurde kürzlich mit einem Kick-off Treffen der Partner aus dem Projektkonsortium im Tech Gate Vienna, dem Sitz des Konsortialführers AIT Austrian Institute of Technology, gestartet. Es ist Teil der Finanzierungsaktivität des AAL-Programmes, welches die Verbesserung der Lebensbedingungen und das Wohlbefinden älterer Erwachsener durch Einsatz moderner IKT-Technologien fördert.

Solche Projekte müssen verbindlich eine länderübergreifende Formierung des Konsortiums ausweisen, die Forschungsorganisationen, kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) und Endanwender-Organisationen aus zumindest drei Ländern umfasst. Das CO-TRAIN Projekt repräsentiert Partner aus der IKT-Forschung, aus Organisationen der medizinischen und sozialen Betreuung (Klinken, Therapeuten und Zentren für soziale Entwicklung) sowie aus Patientenvertretungen für Demenzkranke mit parallel auftretenden Zeichen von Gebrechlichkeit, die aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden kommen. In jedem der involvierten Länder wird das europäische Projekt durch nationale Förderinstitutionen ko-finanziert, in Österreich werden die heimischen Projektteilnehmer durch die FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) unterstützt.

Neurokognitive Störungen und Abnahme der körperlichen Fähigkeiten – eine globale Gesundheitsherausforderung

Demenz wie sie nach der „Internationalen Klassifizierung von Krankheiten“ (ICD 10 Code) oder beim neu aufgelegten „Diagnostischen und Statistischen Handbuch für Mentale Störungen“ (DSM-5) in Amerika, das den Begriff „Demenz“ vermeidet und indessen von neurokognitiven Störungen spricht, definiert ist, umfasst eine breite Kategorie an Gehirnstörungen inklusive der weitverbreiteten Alzheimer-Krankheit. Demenz ist ein Syndrom einer chronischen und fortgeschrittenen Erkrankung des Gehirns mit Störungen vieler höherer kortikaler Funktionen wie Erinnerung, Denken, Auffassung, Orientierung, Lernfähigkeit und Sprache.

Die neurokognitive Erkrankung ist oft an phänotypische, d.h. das Erscheinungsbild betreffende, Kriterien wie geringe Standfestigkeit, geringe Energie, verlangsamte Gehgeschwindigkeit, geringe körperliche Aktivität und/oder unbeabsichtigten Gewichtsverlust gekoppelt. Wenn drei der genannten Kriterien zutreffen wird medizinisch „Gebrechlichkeit“ diagnostiziert. Diese Form des physischen Nachlassens führt zu eingeschränkten Kompetenzen bei der Bewältigung von Aktivitäten im Lebensalltag und verursacht öfters sekundäre Gesundheitsprobleme wie Stürze, Depression, Angst und Isolation, verbunden mit einer hohen Gefahr für die Unabhängigkeit. Und wie Wissenschaftler in jüngsten Studien herausgefunden haben, gibt es auch einen alarmierenden Zusammenhang zwischen Demenz und Gebrechlichkeit, einen so genannten „Teufelskreis“, in dem eingeschränkte körperliche Aktivität und Mobilität zuerst von kognitiven Defiziten herrühren, dann aber ihrerseits die weitere mentale Degeneration verstärken.

Zurzeit sind 46 Millionen Menschen von Demenz betroffen und es wird geschätzt, dass diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf 131,5 Millionen Menschen anwachsen wird. In den Vereinigten Staaten leiden 10 % der Gesamtbevölkerung im Alter über 65 Jahren an Gebrechlichkeit und mehr als 40 % dieser Bevölkerungsgruppe befindet sich in Prä-Gebrechlichkeits-Stadium.

Große AIT-Expertise bei Bio-Sensoren und Bewegungsmonitoring

Das AIT Austrian Institute of Technology hat in der Vergangenheit eine hohe wissenschaftliche Exzellenz im Bereich Sensortechnologien aufgebaut und viele Projekte, besonders in Kooperation mit Organisationen der Gesundheitsvorsorge, erfolgreich abgeschlossen. „Als Koordinator des CO-TRAIN-Projektes werden wir unsere ganze Erfahrung einbringen, um unsere Partner aus der medizinischen und sozialen Domäne mit den erforderlichen Technologien zu versorgen, damit sie ihre Aufgaben mit den Patientinnen und Patienten (20 in jedem der beteiligten Länder) erfüllen können. Auf diese Weise können Neuropsychiater und Physiotherapeuten ein funktionales Trainings- und Coaching-System für Menschen mit auftretenden Anzeichen leichter Demenz, schwacher Bewegungsbeeinträchtigungen und Gebrechlichkeit entwickeln und testen“, erklärt Heinrich Garn, Leiter der Business Unit Smart Sensor Solutions die zentrale Rolle des AIT, um das Projekt auf die Erfolgsspur zu bringen.

Aus technologischer Perspektive stehen bequem tragbare Körper-Sensoren zur Bewegungsüberwachung beim Gehen, Stehen und Stiegen steigen im Mittelpunkt. CO-TRAIN wird Technologien und Services, wie sie von medizinischen Experten und beteiligten Beratern von Versicherungsorganisationen gestaltet worden sind, in integrierter Form einfließen lassen, um ein evidenz-basiertes Werkzeug hervorzubringen, mit dem alle drei identifizierten Zielgruppen (Endanwender) mit einem „Ansatz bester Qualität“ für ihre spezifischen Bedürfnisse versorgt werden können.

*   Der Hauptzielgruppe „PatientInnen“ soll bis zu einem gewissen
Grad ihre Mobilität erhalten werden. Sie sollen ein Mindestmaß an
Beweglichkeit erlangen/wiedererlangen, um Isolation zu vermeiden.
Damit wird eine fortlaufende soziale Einbeziehung unterstützt.
*   Die Gruppe der informellen Bezugspersonen und Unterstützer soll
geringeren Belastungen ausgesetzt sein. Sie sollen ihre Hilfe zur
Erhaltung der Aktivität ihrer „geliebten“ Menschen leichter
bereitstellen können.
*   Die professionellen Therapeuten sollen ein System zur Verfügung
gestellt bekommen, welches einfach auf den Erkrankungsgrad und die
darauf bezogenen Bedürfnisse von Personen mit Demenz und
Gebrechlichkeit angepasst werden kann.

CO-TRAIN ist zur Gänze auf soziale Inklusion ausgerichtet!

The CO-TRAIN Konsortium besteht aus:

Österreich:

*   AIT Austrian Institute of Technology (Projektleitung)
*   CareCenter Software GmbH
*   MAS Alzheimerhilfe
*   Kepler Universitätsklinikum GmbH

Schweiz:

*   CREAGY AG
*   terzStiftung

Niederlande:

*   Movisie
*   De Wever
*   Synappz Mobile Health

Rückfragehinweis:
   Mag. (FH) Michael W. Mürling
   Marketing and Communications
   AIT Austrian Institute of Technology
   Center for Digital Safety & Security
   T +43 50550-4126  |  M +43 664 2351747
   mailto:michael.muerling@ait.ac.at  |  www.ait.ac.at 
   
   Mag. Michael H. Hlava 
   AIT Austrian Institute of Technology
   Head of Corporate and Marketing Communications
   mailto:michaelh.hlava@ait.ac.at | www.ait.ac.at
   T +43 (0)50550-4040

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/2009/aom

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