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Kinderkardiologe Dr. Martin Hulpke-Wette: "Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche verbieten!"

08.06.2017

Kinder- und Jugendgesundheit steht im Mittelpunkt des diesjährigen Europäischen Forums für evidenzbasierte Gesundheitsförderung und Prävention (EUFEP) von 21. bis 22. Juni 2017 in Krems. Dr. Martin Hulpke-Wette widmet sich dort dem Thema Energydrinks. Die zentrale Botschaft des Göttinger Kinderkardiologen: "Medikamente, die zu vergleichbaren körperlichen Reaktionen führen wie Energydrinks, würden sofort vom Markt genommen werden."

Eine 250-ml-Dose der stark gesüßten Getränke enthält durchschnittlich so viel Koffein wie eine Tasse Espresso. "Schon ein, zwei Dosen können zu Schweißausbrüchen, Schwindel oder Herzrasen führen. Bei Jugendlichen, die längere Zeit mehrmals täglich Energydrinks konsumieren, kann sich die Herzfunktion verändern", so Dr. Martin Hulpke-Wette, Kinderkardiologe in Göttingen und Referent beim bevorstehenden EUFEP-Kongress in Krems. Die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems kann mit der Zeit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Schäden an anderen Organsystemen hervorrufen.

Schon bei Kindern beliebt

Wie aus einer Untersuchung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus dem Jahr 2012 hervorgeht, stehen Energydrinks gerade bei jungen Menschen hoch im Kurs. Von den befragten Kindern und Jugendlichen, davon etwa 2200 aus Österreich, gaben 68 Prozent aller Zehn- bis 18-Jährigen an, im vorangegangenen Jahr Energydrinks konsumiert zu haben, in Österreich sogar 75 Prozent. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen griff zweimal und öfter pro Woche zu den süßen Muntermachern, ein Drittel täglich. Trotz der Warnhinweise auf der Dose hatte jedes fünfte Volksschulkind bereits Energydrinks probiert, drei Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen konsumierte die koffeinhaltigen Dosengetränke sogar regelmäßig mehrere Male pro Woche.

Bis heute sei eine sichere Obergrenze für Koffein bei Kindern und Jugendlichen nicht bekannt, kritisiert Hulpke-Wette. Im Vorfeld des EUFEP-Kongresses, der von 21. bis 22. Juni 2017 im Kloster Und in Krems stattfindet, stellt der Experte für Kinderkardiologie deshalb die Forderung: "Zum Schutz der jungen Menschen sollte der freie Verkauf von koffeinhaltigen Getränken für alle unter 16-Jährigen verboten werden."

Kinder- und Jugendgesundheit im Zentrum von EUFEP 2017

Der Kongress wird von der Donau-Universität Krems in Kooperation mit dem Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) durchgeführt und steht heuer im Zeichen der Kinder- und Jugendgesundheit. Internationale ExpertInnen diskutieren mit Fachleuten aus der Praxis über aktuelle Themen wie Vermeidung von problematischem Substanzkonsum, psychische Gesundheit, Mobbing in der Schule oder Impfen zwischen Zwang und Verweigerung.

"Bei jungen Menschen kann eine falsche Herangehensweise bei der Prävention viel Schaden anrichten", so Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems und wissenschaftlicher Leiter des Kongresses. "Deshalb ist es hier besonders wichtig, die geplanten Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen wissenschaftlich zu prüfen. Als einzige Veranstaltung im deutschsprachigen Raum, die sich mit der Wirksamkeit der vorgeschlagenen Ansätze beschäftigt, setzt EUFEP hier wesentliche Impulse."

Der Kongress richtet sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern an alle Interessierten, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sei es im Gesundheits-, Bildungs- oder Sozialbereich.

EUFEP-Kongress 2017

Kinder- und Jugendgesundheit - ein Kinderspiel?

Zwischen öffentlicher Aufgabe und familiärer Verantwortung

Datum: 21.-22.06.2017

Zeit: 9:00-17:30 bzw. 16:00 Uhr

Ort: Kloster Und, Krems/Donau

Programm und Anmeldung: www.eufep.at

Rückfragehinweis:
Dr. Martin Hulpke-Wette
Präventionspraxis für Herzkreislauferkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
Göttingen
+49 (0) 551 77555
mhulpke@gwdg.de
Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH
Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie
Donau-Universität Krems 
+43 (0) 2732 893-2910
gerald.gartlehner@donau-uni.ac.at
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