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Kunsttherapie kann Motorik bei älteren Menschen verbessern

04.10.2018

Ältere Menschen können durch Rhythmus wieder motivieren werden, sich zu bewegen. Angelika Hauser-Dellefant, Leiterin des Instituts für Musik und Bewegungspädagogik, berichtete bei einer Pressekonferenz der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED) über diese Erfolge. Den Schnittstellen und Wechselwirkungen von Therapie und Kunst widmet sich kommende Woche ein Kongress.

Oft sei bei älteren Menschen die nicht vorhandene Motivation für Bewegung das erste Problem in der Therapie. Aber: "Wir bestehen aus Bewegung", sagte Hauser-Dellefant. Hier setzt die rhythmische Erziehung bei Älteren an. "Das geht so weit, dass sich die Motorik extrem verbessert, dass sie emotional begeisterter sind, und teilweise finden sie sogar zur Sprache zurück", so Hauser-Dellefant.

Kunsttherapie am Theater hat sich auch bei Teenagern bewährt. "Die Jugendlichen haben teilweise so rigide festgeschraubte Vorstellungen von YouTube-Stars, dass sie sich nicht trauen, irgendwas zu machen, wo sie vielleicht blöd ausschauen könnten", erzählte die Theaterpädagogin Ulrike Hannitzsch. Durch das Theaterspiel sei es möglich, in einem geschützten Raum mit seinen Blockaden und ungeliebten Eigenschaften konfrontiert zu werden und eine Bandbreite der Ausdrucksformen zu erlernen.

Selbstheilungsprozesse aktivieren

"Wir Menschen leben von dem rhythmischen Prinzip von Spannung und Entspannung", sagte Gertraud Berka-Schmid, Ärztin für Allgemeinmedizin und Gesangspädagogin. Dadurch sei es dem Körper möglich, seine Selbstheilungsprozesse zu aktivieren. Wenn die Entspannung fehlt, können beispielsweise Stoffwechselprozesse nicht mehr zu Ende geführt werden.

Um die Balance nicht zu verlieren, sei es wichtig, dass der Menge an Eindrücken auch eine adäquate Menge an Expressionen gegenüberstehen müsse. Denn Überstimulation könne zu ähnlichen Ergebnissen führen wie mangelnde Stimulation, nämlich zu Abstumpfung und Rückzug. "Ich nenne das sekundärer Autismus", so Berka-Schmid. Der Entspannungszustand könne durch Kunstformen wie Musik erreicht werden, ist aber durch Medikamente gar nicht möglich. "Da wären wir bereits im Bereich von Nervengift", zog Klaus Laczika, Arzt für innere Medizin und Intensivmedizin am AKH Wien, einen Vergleich.

Der GAMED-Kongress "Gesundheit und Kunst" findet von 12. bis 13. Oktober in Wien statt und richtet sich an Ärzte, Medizinstudenten, Therapeuten und interessierte Laien.

Service: https://www.gesundheitundkunst-kongress.com

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