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Screening-Programm bei Hochrisiko-Patienten erlaubt frühe Diagnose © APA (Neubauer)
Screening-Programm bei Hochrisiko-Patienten erlaubt frühe Diagnose © APA (Neubauer)

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Lungenfachärzte und Radiologen wollen Lungenkrebs-Screeningprogramm

05.10.2018

Bei der Welt-Lungenkrebskonferenz (WCLC) in Toronto wurde vergangene Woche die sogenannte Nelson-Studie präsentiert. Sie hat ergeben, dass sich in einem Zeitraum von zehn Jahren die Lungenkrebssterblichkeit bei Rauchern durch regelmäßige Niedrigdosis-CT-Untersuchungen deutlich senken lässt. Jetzt wollen die österreichischen Pneumologen und die Radiologen ein solches Screeningprogramm planen.

"Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) und die Österreichische Röntgengesellschaft (OERG) haben – diese Ergebnisse zum Anlass nehmend – nun umgehend eine Task Force gegründet, um die Ergebnisse der Studie im Hinblick auf die mögliche Umsetzung eines Screening-Programmes in Österreich zu analysieren", hieß es in einer Aussendung.

Sterblichkeit reduziert

In der niederländisch-belgischen Nelson-Studie mit 15.792 Teilnehmern, die im ersten, zweiten und vierten Jahr und dann nach 6,5 und zehn Jahren als Risikopersonen für Lungenkrebs ab 50 Jahren entweder eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung oder keine bekamen, konnte die Sterblichkeit an einem Lungenkarzinom bei den Männern innerhalb von zehn Jahren um 26 Prozent und bei den Frauen um 39 bis 61 Prozent reduziert werden. Das spricht nach den Ergebnissen einer großen US-Studie vor einigen Jahren mit einer Verringerung der Lungenkrebs-Sterblichkeit um rund 20 Prozent durch regelmäßige Screening-Untersuchungen für die Etablierung eines solchen Programms in Österreich.

Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG), sagte dazu: "Die Nelson-Studie zeigt, dass durch ein Screening-Programm bei Hochrisiko-Patienten der Lungenkrebs häufig in einem frühen Stadium diagnostiziert werden kann. Damit können deutlich mehr Patienten als bisher mit einer Operation geheilt werden."

Christian Herold, Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft (OERG) fügte hinzu: "Die mit Spannung erwarteten Daten der niederländischen CT-Screening Studie sind für uns ein Aufruf, gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften ein qualitätsgesichertes CT-Screening-Programm in Österreich umzusetzen. Bei der Umsetzung ist es wichtig darauf zu achten, dass das Screening nur in spezialisierten Zentren durch hoch qualifizierte Spezialisten durchgeführt wird." Nur so könne ein positiver Effekt erzielt werden. In der Nelson-Studie war zur Reduzierung falsch positiver Befunde, die ehemals in der US-Studie relativ häufig waren, auch eine wiederholte Volumsbestimmung von entdeckten - oft gutartigen - "Rundherden" in der Lunge durchgeführt. Volumsvergrößerung deutet natürlich auf ein potenziell bösartiges Wachstum hin.

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