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Volksanwalt Kräuter fordert Reparatur des Heimopferrentengesetzes © APA (Hochmuth)
Volksanwalt Kräuter fordert Reparatur des Heimopferrentengesetzes © APA (Hochmuth)

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"Malariatherapie": Gespräche über Entschädigung noch im August

01.08.2017

Patientenanwältin Sigrid Pilz und Anwalt Johannes Öhlböck haben einen neuen Anlauf gestartet, Entschädigungszahlungen für Opfer der damaligen "Malariafiebertherapie" in Wien durchzusetzen. Mitte August soll es laut Medienberichten diesbezüglich ein Gespräch mit der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) geben. Deren Sprecher bestätigte das gegenüber der APA.

Auf Wunsch der Patientenanwältin werde es "noch im August" ein Gespräch geben, bei dem die Frage thematisiert werde, so der Sprecher. Auch die Volksanwaltschaft meldete sich zu Wort und forderte die Stadt Wien auf, "rasch einmalige Entschädigungszahlungen an die Betroffenen zu ermöglichen".

"Unbedingt in Kreis der Anspruchsberechtigten einbeziehen"

Volksanwalt Günther Kräuter erneuerte in der Aussendung außerdem die Forderung nach einer Reparatur des Heimopferrentengesetzes, von dem Krankenhäuser derzeit nicht explizit erfasst seien. "Die in den 50er- und 60er-Jahren mit 'Malariatherapien' misshandelten Kinder müssen unbedingt in den Kreis der Anspruchsberechtigten nach dem Heimopferrentengesetz einbezogen werden", mahnte Kräuter.

Nachdem ehemalige Patienten mit Vorwürfen an die Medien getreten waren und von Behandlungen per "Malariafiebertherapie" berichteten, wurde 2012 von der MedUni Wien unter der Leitung des Historikers Gernot Heiss eine Historikerkommission eingesetzt, die 2015 ihre Ergebnisse präsentierte. Laut der Studie - an der es auch Kritik gab, unter anderem deshalb, weil keine Patienten aus jener Zeit befragt wurden - wurde die "Malariatherapie", bei der Menschen mit psychischen Erkrankungen Malaria-Erreger injiziert und so Fieberschübe hervorgerufen wurden, bis in die 1960er-Jahre eingesetzt. Patienten dienten zudem auch als Stammerhalter des Erregers.

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