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Neues Gerät soll Transplantationsmedizin revolutionieren

01.02.2018

Das vollautomatische Lebertransport- und Perfusionsgerät "Metra" soll eine Konservierung der Spenderleber außerhalb des Körpers auf Körpertemperatur zunächst für 24 Stunden ermöglichen. "Damit können wir in Zukunft viel mehr Organe transplantieren", meinte der Direktor des Transplantationszentrums in Oxford und Metra-Entwickler Peter Friend bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

"Wir können jetzt Organe für eine Transplantation verwenden, die wir bisher nicht genommen hätten", sprach Friend einen Vorteil des neuen Geräts an. "Das liegt vor allem daran, dass wir sie jetzt mit ́Metra ́ in einer Weise testen können, wie wir es bisher nicht konnten", so Friend weiter.

"Das Organ soll gar nicht merken, dass es den Körper verlässt"

"Mit dieser Maschine ist es möglich, dass wir auch sogenannte ́marginale Organe ́ nach ganz bestimmten Kriterien verwenden", sagte Dietmar Öfner-Velano, Direktor der Universitätsklinik für Visceral- Transplantations- und Thoraxchirurgie in Innsbruck. "Wir können die Funktion der Leber messen und beeinflussen", führte er weiter aus. "Es geht aber natürlich auch vornehmlich um das Lagern der Leber außerhalb des Körpers", so Öfner-Velano.

"Das Organ soll gar nicht merken, dass es den Körper verlässt", meinte in diesem Zusammenhang die Transplantationschirurgin und PhD-Studentin am Transplantationszentrum Oxford, Annemarie Weißenbacher. Von einem "Paradigmen-Shift" sprach angesichts dieser neuen Methode der Leiter der Transplantationschirurgie Innsbruck, Stefan Schneeberger. "Bisher haben wir die Organe zur Lagerung gekühlt, jetzt halten wir sie in einem physiologischen Zustand auf Körpertemperatur", so Schneeberger. "Bisher war die Zeitspanne zwischen Entnahme und Transplantation eine Akutsituation und durfte höchstes sechs bis zwölf Stunden dauern", führte der Chirurg aus. Die nunmehr auf 24 Stunden verlängerte Zeitspanne sei "wertvoll und ein echter Fortschritt", meinte er

Als Ziel, dem man auch mit dem neuen Gerät näher kommen will, nannte Schneeberger die "Vollversorgung der Bevölkerung mit Organen". Die Universitätskliniken in Innsbruck werden dabei eines der ersten Zentren weltweit sein, die das neue Gerät in Betrieb nehmen.

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