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Setzt laut Pfizer Toxin in Zellkern frei und zerstört Krebszelle © APA (AFP)
Setzt laut Pfizer Toxin in Zellkern frei und zerstört Krebszelle © APA (AFP)

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Neues Mittel gegen aggressive Leukämie zugelassen

11.07.2017

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat ein neues Medikament zur Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie (ALL) bei Erwachsenen zugelassen. Das Mittel kann Krebszellen aufspüren, mittels "Adapter" an einen Rezeptor (CD22) der Zelle andocken und in sie eindringen. Es macht den Zellkern ausfindig, setzt dort ein Toxin frei und zerstört damit die Krebszelle, erklärte der Hersteller Pfizer.

Der Wirkstoff Inotuzumab-Ozogamicin (Handelsname Besponsa) wird als Infusion verabreicht. In Österreich ist das Mittel seit Juli verfügbar. Für Betroffene könne diese Therapie die Brücke zur lebensrettenden Stammzelltransplantation bilden, erläuterte Pfizer in einer Aussendung.

"Die akute lymphatische Leukämie ist eine schnell voranschreitende und lebensbedrohliche Krankheit. Die Prognose für Patienten ist leider auch heute oft noch schlecht und der Bedarf an neuen Therapien entsprechend hoch", wurde Tobias Eichhorn, Bereichsleiter Onkologie bei Pfizer Österreich, in der Aussendung zitiert. Mit den aktuell verfügbaren Therapien lebt heute nur einer von zehn Patienten noch fünf Jahre nach der Diagnose.

Die akute lymphatische Leukämie ist eine seltene Krebsform, die Blut und Knochenmark betrifft. Rund 20 Prozent der Leukämie-Fälle im Erwachsenenalter entfallen auf ALL. Sie entsteht aufgrund einer Überproduktion unreifer weißer Blutzellen. In Europa erhalten jährlich ca. 7.000 bis 8.000 Patienten die Diagnose akute lymphatische Leukämie. In Österreich geht man von rund 100 Patienten aus.

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