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Frauen haben öfter Schmerzen © APA
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Vier von zehn Österreichern leiden an starken Schmerzen

10.10.2017

Eine aktuelle Erhebung über Schmerzen in der Bevölkerung - die größte ihrer Art, die derzeit vorliegt - zeigt, dass 39 Prozent aller Österreicher im Zeitraum eines Jahres mindestens einmal unter starken Schmerzen in zumindest einer Körperregion leiden. 64 Prozent von ihnen haben eine chronische Beeinträchtigung.

Für die wissenschaftliche Untersuchung wurden 15.474 Österreicher im Alter von mehr als 14 Jahren interviewt. Die Autoren sind Wissenschafter aus dem Orthopädischen Spital Speising und von der MedUni Wien. Die Arbeit wurde vor kurzem in der "Wiener Klinischen Wochenschrift" veröffentlicht. Die Ergebnisse werden auch unter www.youtube.com/spitalspeising in einem Video dargestellt.

Julia Hahne, eine der Autorinnen aus dem Orthopädischen Spital Speising, erläuterte: "Während Schmerzzustände in der Bevölkerung generell weit verbreitet sind, geben Frauen eine deutlich höhere Schmerzhäufigkeit an: 41,5 Prozent der weiblichen Bevölkerung berichten über starke Schmerzen; das sind sechs Prozent mehr als der männliche Bevölkerungsteil." Dies gelte übrigens auch für chronische (das sind mindestens drei Monate andauernde) Schmerzen - auch diese kämen unter Frauen öfter vor.

Neben dem Geschlecht spielen jedoch auch soziale Faktoren eine Rolle, wie Florian Wepner, Oberarzt am Orthopädischen Spital Speising, unterstrich: "Über mehr Schmerzepisoden berichten beispielsweise ältere Personen. Die Studie zeigt zudem, dass psychologische Faktoren wie Angstzustände und Depressionen mit mehr Schmerz-Chronifizierung korrelieren."

Häufigere Schmerzzustände bei geringerem Bildungsgrad

Die demografischen Daten brachten auch zutage, dass Personen, die ursprünglich aus östlichen EU-Ländern oder aus der Türkei stammen, ein erhöhtes Chronifizierungsrisiko aufweisen. Wepner sagte dazu: "Dieser Umstand wird zusammen mit den psychologischen Faktoren in der Gesundheitsversorgung sicher noch zu wenig berücksichtigt." Menschen mit einem vergleichsweise geringen Bildungsgrad leiden ebenso häufiger an Schmerzzuständen.

Jene Körperregion, die am häufigsten von Schmerzen betroffen ist, ist der untere Rückenbereich. An zweiter Stelle rangieren die großen Gelenke, dann der Nacken - und schließlich Kopfschmerzen. In der Studie wurde - ganz anders als in anderen Untersuchungen - auch erhoben, dass Frauen seltener an Kopfschmerzen leiden dürften als Männer.

Alles in allem ist somit Schmerz ein Phänomen, das stark mit dem Bewegungsapparat zusammenhängt. Daher werden im Orthopädischen Spital Speising, Österreichs größter Orthopädieklinik, ständig Studien zur Schmerztherapie durchgeführt. Der wissenschaftliche Verein 'CEOPS' erforscht neue Schmerztherapie-Methoden. An der Abteilung für Konservative Orthopädie werden Schmerzzustände am Bewegungsapparat ohne operative Eingriffe behandelt (Informationen im Internet: www.ceops.at).

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