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Kooperationsmeldung

Warmes Wasser freut nicht nur die Badegäste

01.08.2018

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit der AGES

Höhere Wassertemperaturen sind nicht nur angenehm für den Menschen, auch Wasserschnecken können sich darin besser vermehren - und in den Wasserschnecken auch Zerkarien, mikroskopisch kleine Parasiten, die beim Menschen zu Juckreiz und Ausschlag führen können, zur so genannten Badedermatitis.

AGES-Folder Badedermatitis

Zerkarien (Gabelschwanzlarven) sind Larven von Saugwürmern. Sie entwickeln sich in Wasserschnecken und werden anschließend in großer Menge ausgeschieden. Sie kommen sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser, hauptsächlich im seichten Uferbereich, vor. Im Wasser überleben sie nur einen Tag, sie müssen daher schnell in Wasservögel gelangen, um ihren Entwicklungszyklus abschließen zu können. Menschen werden nur „unabsichtlich“ befallen, die Parasiten sterben in der Haut schnell ab. Dabei können sie aber eine Immunreaktion auslösen, die zu Juckreiz und Hautausschlägen, der Badedermatitis führt.

Die erstmalige Infektion verläuft oft asymptomatisch (= ohne Krankheitszeichen) und bleibt unentdeckt. Wenn Symptome auftreten, sind diese meist mild und rasch abklingend. Wird ein Mensch aber mehrmals von Zerkarien befallen, kann es zu teils heftigem Juckreiz, Rötung und Quaddelbildung kommen. In den meisten Fällen klingt die Badedermatitis nach ein bis maximal zwei Wochen ab.

Das Vorkommen von Zerkarien bedeutet nicht, dass die Wasserqualität schlecht wäre. Es müssen geeignete Wasserschnecken vorhanden sein, damit es überhaupt zur Ausbildung von Zerkarien kommt. In Österreich wurde das Vorkommen der Badedermatitis erstmals Ende der 1960-er Jahre beschrieben; seitdem sind in allen Bundesländern in einzelnen Gewässern Zerkarien in Verbindung mit Fällen von Badedermatitis dokumentiert worden. Gechlortes Wasser, z. B. in einem öffentlichen Schwimm- oder Freibad, stellt kein Risiko für eine Badedermatitis dar.

Von Vögel-Schistosomen (= Saugwürmer) befallene Wasservögel geben über ihren Kot Wurmeier (A) ins Wasser ab. Die geschlüpften Larven der ersten Generation, Miracidien (B) genannt, befallen Wasserschnecken (C) als Zwischenwirt. Die dritte Larvengeneration - die Zerkarien (D) - werden von den Wasserschnecken (manchmal sind auch noch weitere Zwischenwirte erforderlich) vor allem bei Temperaturen über 24 °C ins Wasser abgegeben. Diese Larven suchen sich dann einen Entenvogel (E) als Endwirt und durchdringen im Wasser dessen Haut. Die Zerkarien verlieren dabei ihre Schwanzstrukturen und werden zu Schistosomulae (F), welche über den Pfortaderweg in den Darm gelangen, wo sie zu geschlechtsreifen, circa 10 mm langen Saugwürmern (G) werden. Die Eier dieser auch Pärchenegel genannten Würmer gelangen dann mit dem Entenkot wieder ins Gewässer. Die Haut von badenden Menschen (H) wird nur irrtümlich durchbohrt; in der Haut des Menschen sterben Zerkarien binnen Stunden ab.

Quelle: AGES

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