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Welt-Nichtrauchertag 2018: Auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer begünstigen kardiovaskuläre Erkrankungen

29.05.2018

Der jährliche Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO und fokussiert diesmal auf "Tabakkonsum und Herzerkrankungen". Rauchen und Passivrauchen sind weltweit für rund zwölf Prozent der Todesfälle infolge von Herzerkrankungen verantwortlich. Der Internist Manfred Neuberger von der Abteilung für Umwelthygiene der MedUni Wien warnt auch vor E-Zigaretten, deren täglicher Konsum das Risiko eines Herzinfarktes verdopple.

In Österreich rauchen täglich 1,8 Millionen Menschen, wie die zuletzt 2014 durchgeführte Gesundheitsbefragung der Statistik Austria zeigt. Laut "Eurobarometer" liegt Österreich mit 33 Prozent RaucherInnen an vierter Stelle innerhalb der Europäischen Union. 14.000 Menschen sterben in Österreich jährlich an den Folgen des Tabakkonsums, wie das Gesundheitsministerium schätzt.

Seit Mai 2018 gilt in Österreich nach einer Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes ein Rauchverbot an öffentlichen Orten, ohne die Option für spezielle Raucherräume in Unterrichtsräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Für die Gastronomie besteht allerdings eine Ausnahmeregelung, nach der je nach Größe des Lokals getrennte Bereiche möglich sind, oder bei kleinen Lokalen eine Deklarierung als Raucher- oder Nichtraucherlokal zu erfolgen hat. Außerdem ist das Rauchen im Auto verboten, wenn sich Kinder oder Jugendliche darin befinden.

Diese Novellierung ist Anlass für den Internisten Manfred Neuberger, emeritierter Ordinarius für Umwelthygiene der MedUni Wien, auf die gesundheitlichen Risiken des Tabakrauchs hinzuweisen. Hinlänglich bekannt ist, dass viele Erkrankungen eine Folge des Rauchens von Zigaretten sein können, darunter auch im kardiovaskulären Bereich. Jene der E-Zigaretten werde aber deutlich unterschätzt, so Neuberger: "Wir wissen heute, dass kardiovaskuläre Krankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall auch bei oxidativem Stress durch E-Zigaretten zu erwarten sind. Das wird noch verstärkt durch Gefäßwirkungen, die das Nikotin verursacht".

E-Zigaretten verbrennen keinen Tabak, sondern verdampfen eine zumeist Nikotin enthaltende Flüssigkeit. Hauptbestandteil ist oft Propylenglykol, das für den entstehenden Dampf verantwortlich ist. Außerdem finden sich in den E-Zigaretten Aromen wie Menthol, Vanille und dergleichen. Über die Spätfolgen der E-Zigarette gibt es widersprüchliche Aussagen von ForscherInnen. Doch legen jüngste amerikanische Studien den Schluss nahe, so Neuberger, dass regelmäßiger Konsum zu ähnlichen Störungen führt wie Tabakrauch. Es kommt zur Abnahme der Herzfrequenz­variabilität, Versteifung und Reduktion der Erweiterbarkeit von Arterien, erhöhter Blutgerinnung sowie erhöhter Oxidation von Lipoproteinen, wodurch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Dauer erhöht wird.

Neuberger: "Die tägliche Verwendung von E-Zigaretten verdoppelt das Risiko eines Herzanfalls, Tabakzigaretten verdreifachen das Risiko und die abwechselnde Verwendung von Tabak- und E-Zigaretten verfünffachen es". Auch nikotinfreie E-Zigaretten bergen Risiken wie Entzündungsreaktionen der Atemwege und Epithelschädigung in Mund und Lunge, vermutlich durch Reizstoffe und freie Radikale im Aerosol. Problematisch sieht Neuberger vor allem Nikotin enthaltende E-Zigaretten, die den Einstieg in die Nikotinsucht erleichtern und den Ausstieg erschweren würden.

Mindestens ebenso gefährlich seien jene seit kurzem am Markt erhältlichen Tabakerhitzer, die sogenannten "Heets". Hierbei wird echter Tabak erhitzt, aber nicht verbrannt. Es entstünden Stoffe, die das Erbgut verändern können und möglicherweise krebserregend wirken. Das Sucht­potenzial sei aufgrund der Menge an Nikotin vergleich­bar mit dem von Ziga­retten. "Auch Personen, die unmittelbar neben 'Heet' rauchenden Menschen stehen, werden durch den sogenannten ‚Dampf‘ mit Nikotin sowie herz- und gefäßwirksamen Partikeln und mit Spuren krebsfördernder Stoffe belastet. Rauchern und Raucherinnen kann man nur zum völligen Rauchstopp raten, damit ihre versteiften Arterien wieder an Elastizität gewinnen. Gegen starke Entzugserscheinungen kann ein vorübergehender Nikotinersatz helfen, aber nicht in Form von 'Heets' oder E-Zigaretten, sondern ein nach Arzneimittelgesetzen kontrolliertes Präparat aus der Apotheke".

Noch mehr Infos und Statements der MedizinerInnen der MedUni Wien zum Thema "Gesundheitsrisiko Rauchen" finden Sie auf www.meduniwien.ac.at/kontra_rauchen.

Rückfragehinweis:
   Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
   +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   johannes.angerer@meduniwien.ac.at
   http://www.meduniwien.ac.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1238/aom

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