Medizin & Biotech

APA

Züricher Wissenschafter fanden Stammzellnische von Dickdarm

06.06.2018

Der menschliche Darm erneuert sich ständig. Allein der Dickdarm - der letzte, rund 1,5 Meter lange Teil des Verdauungstraktes - produziert täglich zehn Milliarden Zellen. Diese Zellen liefern den Nachschub für das Epithel, die oberste Zellschicht des Schleimhautgewebes, das den Darm auskleidet und für die Nährstoffaufnahme zuständig ist.

Verantwortlich für den Regenerationsprozess sind Stammzellen, die sich in kleinen Einstülpungen des Epithels (Krypten) befinden. Dort stehen sie in Kontakt mit anderen Zellen, die über Signalstoffe deren Aktivität regulieren. Damit die Stammzellen ihre Eigenschaften aufrechterhalten können, benötigen sie ein Signal namens "Wnt", ein Protein. Wissenschafter um Konrad Basler vom Institut für Molekulare Biologie der Universität Zürich haben nun erstmals jene Zellen entdeckt, die das aktivierende Signal an die Stammzellen aussenden. Diese sogenannten GLI1-positiven Zellen umgeben die Einstülpungen im Epithel und bilden die Stammzellnische.

Anhand von Studien mit Mäusen konnten die Wissenschafter zeigen, dass diese Zellen für die Bildung und Reparatur des Darmepithels unerlässlich sind. "Werden die GLI1-positiven Zellen eliminiert, oder können sie das Wnt nicht aussenden, fehlt das Aktivierungssignal. Die Stammzellen des Dickdarms verenden, das Epithel geht zugrunde und der Organismus stirbt", erklärt Basler.

STICHWÖRTER
Medizin  | Schweiz  | Zürich  | Wissenschaft  | Forschung  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung