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Die Donau ist auch nicht mehr das, was sie einmal war

10.03.2017

Die TU Wien hat für das Krahuletz-Museum in Eggenburg Modelle erstellt, auf denen man den historischen Verlauf der Donau nachverfolgen kann.

Wo heute ein Museum steht, war vor 20 Millionen Jahren noch ein Meer. Die Landschaft nördlich von Wien hat sich dramatisch verändert, das kann eindrucksvoll am Lauf der Donau dargestellt werden. In einer Zusammenarbeit der TU Wien (Institut für Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie und Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik) mit der Geologischen Bundesanstalt wurden nun Modelle des historischen Donauverlaufs für das Krahuletz-Museum in Eggenburg angefertigt.

20 Millionen Jahre auf einen Blick

Das Museumsexponat ist dreigeteilt: Das erste Modell zeigt das Eggenburger Meer, das vor rund 20 Millionen Jahren das Weinviertel bedeckte - aus diesem Grund kann man bis heute in dieser Gegend Muscheln und fossile Meerestiere finden. Das zweite Modell zeigt den Verlauf der Urdonau, die vor rund 10 Millionen Jahren durch das Weinviertel über Hollabrunn floss und im Bereich von Mistelbach in den sogenannten Pannonen See mündete. Der dritte Modellteil schließlich zeigt den heutigen Verlauf der Donau.

"Ein erstes Modell wurde von uns schon zur 1000-Jahre-Österreich-Ausstellung im Schottenstift angefertigt", erzählt Norbert Krouzecky vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der TU Wien. "Nun wurde eine völlige Erneuerung des Exponates nötig, die wir gemeinsam mit unseren Partnern nach neuestem Stand der Technik durchführen konnten."

Die Grundlage des Modells bildeten paläogeographische Rekonstruktionen mit Höhenschichtenlinien der damaligen und derzeitigen Geländeoberfläche, die Reinhard Roetzel von der Geologischen Bundesanstalt auf Basis geologischer Karten erstellt hatte. Die Höhenschichtenpläne wurden von Boris Huber (Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie) digitalisiert und dienten als Basis für die Modellfertigung durch das Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik (Werkstattgruppe um Michael Heger). Die Endfertigung erfolgte im Anschluss daran durch die Werkstattgruppe des Institutes für Wasserbau und Ingenieurhydrologie um Andreas Leopoldseder.

Innovative Präsentation

Seit September kann man die Modelle nun im Krahuletz-Museum in Eggenburg bewundern. Zur besseren Orientierung der Museumsbesucher werden die Modelle nacheinander einzeln illuminiert, gleichzeitig werden die Strömungs- und Wasserstandsverhältnisse der jeweiligen Periode nachgebildet. Ermöglicht wurde diese interaktive Präsentationsweise durch die Arbeitsgruppe um Christoph Habersohn (Institut für Fertigungstechnik und Hochleistungslasertechnik), von der die Steuerung des kompletten Modells angefertigt und programmiert wurde.

Quelle: TU Wien

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