Natur & Technik

Feuer-Gewitterwolken dürften Klima beeinflussen können © APA (AFP)
Feuer-Gewitterwolken dürften Klima beeinflussen können © APA (AFP)

APA

Feuer-Gewitter bei Flächenbränden bringen Asche in Stratosphäre

11.04.2018

2017 war ein Rekordjahr für verheerende Flächenbrände rund um den Globus. Über ihnen bildeten sich Gewitterwolken, die zusätzlich zu Blitz, Donner, Sturm und Regen auch Feuer, Rauch und Asche bringen. Sie pressen so viel Rußpartikeln in die Atmosphäre, wie ein mittlerer Vulkanausbruch, berichten Forscher bei der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien.

Diese "Pyrocumulonimbus"-Wolken (Feuer-Gewitterwolken) entstehen durch die massiven Aufwinde, die über Großflächenbränden wegen der enorme Hitze aufkommen, erklärte David Peterson vom U.S. Naval Research Laboratory in Monterey (USA). Sie vereiteln nicht nur Löschversuche, sondern gehören zu den schmutzigsten Wolken auf der Erde, sagte er. Mit Kollegen hat der Meteorologe aus Daten von Satellitenmessungen errechnet, wie viele Rauchpartikel sie verursachen und in die Stratosphäre blasen. Dies ist jene Schicht der Erdatmosphäre, wo Ozon das für Lebewesen schädliche UV-Licht absorbiert. "Was auch immer dorthin gelangt, bleibt für einige Zeit dort", sagte er.

Enorme Rauchmengen

Die Rauchmenge in der Stratosphäre, die Flächenbrände im Vorjahr in den British Columbia (Kanada) und Washington (USA) verursacht haben, entspricht jener bei einem mittelgroßen Vulkanausbruch, berichtete Peterson. Von diesen weiß man, dass sie das Klima beeinflussen können. Dies gelte wohl auch für die Feuer-Gewitterwolken. Die Forscher konnten dokumentieren, wie riesige Pyrocumulonimbus-Wolken 2017 in großer Höhe eine Rauchschicht verursacht haben, die monatelang die nördliche Hemisphäre einhüllte.

Im Vorjahr gab es zum Beispiel in Portugal und Kalifornien fatale Großflächenbrände mit mehr als hundert Todesopfern und enormen wirtschaftlichen Schäden. In Grönland brannte sogar der Torf im aufgetauten Permafrostboden erstmals in großem Maßstab. Ein Team um Andreas Stohl vom Norwegischen Institut für Luftforschung untersuchte, ob die dadurch entstandene Asche, die sich auf dem Gletschereis niedergeschlagen hat, die Abstrahlungsverhältnisse so stark verändert hat, dass es schneller schmilzt.

Dem sei nicht der Fall, es waren keine Unterschiede messbar. Die sieben Tonnen schwarzen Kohlenstoffs, die durch die Brände im angetauten Permafrostboden entstanden waren, haben sich offenbar sehr gut auf dem Eis verteilt. Größere Brände, die in Zukunft durchaus möglich sind, hätten aber das Potenzial, die Eisoberfläche so stark zu verdunkeln, dass sie schneller schmilzt, meinte Stohl. Außerdem solle man die Feuer als Warnung auffassen, denn sie zeigen, dass der Klimawandel die Permafrostböden viel schneller auftauen lässt, als bisher angenommen.

Service: https://www.egu2018.eu/

Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung