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Krebse nehmen giftige Schnecken huckepack © Charlotte Havermans
Krebse nehmen giftige Schnecken huckepack © Charlotte Havermans

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Flohkrebsarten nutzen Flügelschnecken zum Selbstschutz aus

10.09.2018

Mehrere Flohkrebsarten im Südpolarmeer nutzen Flügelschnecken aus, um sich selbst vor Fressfeinden zu schützen. Dazu nehmen sie Flügelschnecken, die Gifte als Abschreckung aussenden, huckepack, wie aus einer Studie des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven hervorgeht.

Die Schnecken hingegen ziehen keinen Vorteil aus dieser Konstellation - im Gegenteil: Die Beine der Flohkrebse, auch Amphipoden genannt, behindern sie bei der Nahrungsaufnahme. Die Schnecken werden von zwei Beinpaaren der Krebse regelrecht festgehalten. "Nach unseren bisherigen Erkenntnissen würde ich sagen, dass die Amphipoden die Flügelschnecken entführen", sagte die an der Studie beteiligte Forscherin Charlotte Havermanns.

Dieses Tandemphänomen wurde bereits 1990 von US-Wissenschaftlern in hochantarktischen Küstengewässern entdeckt. "Wir fragten uns, ob diese Tandems im offenen Ozean ebenso häufig wie in den Küstengewässern vorkommen", sagte Havermanns. Das Gift der Flügelschnecken ist für Flohkrebse offenbar nicht gefährlich.

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