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Forscher untersuchten die Zukunft des Alpenraumes © APA (Gindl)
Forscher untersuchten die Zukunft des Alpenraumes © APA (Gindl)

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Folgen des Klimawandels für Fauna und Flora nicht zu verhindern

09.10.2017

Die Folgen des Klimawandels auf die Fauna und Flora kann man kaum abschwächen - nur mit raschen und ambitionierten Maßnahmen zur Verringerung der globalen Erwärmung ist die Artenvielfalt in Europa zu erhalten, erklären Wiener Forscher. Sie berichten im Fachjournal "Nature Climate Change", dass selbst beträchtlicher Aufwand das Aussterben von vielen Pflanzen und Tieren sonst nicht verhindern wird.

Ein Forscherteam um Johannes Wessely vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien hat mit einem Computermodell untersucht, wie die Zukunft von 51 Pflanzen-, Schmetterlings- und Heuschreckenarten im Alpenraum (Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Südtirol und Süddeutschland) aussieht, wenn der Klimawandel weiter fortschreitet. Dabei berücksichtigten sie auch Szenarien mit unterschiedlich fragmentierten Lebensräumen.

Viele Tier- und Pflanzenarten versuchen sich nämlich dem Klimawandel durch Abwanderung in günstigere Gebiete anzupassen, aber die intensiv vom Menschen genutzten Landschaften lassen das oft nicht zu. "Es gehen immer mehr natürliche Lebensräume durch Flächenversiegelung, Städtebau und intensivere Landwirtschaft verloren", sagte Wessely im Gespräch mit der APA.

Korridore zwischen Schutzgebieten würden helfen

Die Modelle sagen voraus, dass im Untersuchungsgebiet jede fünfte Art im Lauf des Jahrhunderts wegen der globalen Erwärmung aussterben und die verbleibenden Pflanzen und Tiere stark dezimiert werden. Selbst mit großem Ressourceneinsatz sei dies nicht zu verhindern. Deshalb wäre es wichtig, gegen den Klimawandel möglichst ambitioniert vorzugehen und nicht nur zu versuchen, seine Auswirkungen in den Griff zu bekommen.

Was den betroffenen Lebewesen aber helfen würde, sind Korridore zwischen den Schutzgebieten und wenn diese naturnaher gestaltet sind. Es gibt zum Beispiel in Naturschutzgebieten oft künstlich aufgeforstete Nadelwälder, die man in natürliche Laubwälder umwandeln sollte, meint Wessely. Auch eine Extensivierung der Landwirtschaft wäre sinnvoll. "Wiesen werden hierzulande sehr intensiv genutzt und stark gedüngt, und das ist für viele Arten schlecht", erklärte der Forscher. Die heimischen Pflanzen und Tiere würden sehr davon profitieren, wenn die Landwirte ihre Weideflächen weniger oft düngen und seltener mähen.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/nclimate3414

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