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Junge Kokodilschwanzechsen in einem Behältnis im Haus des Meeres © APA/Haus des Meeres/Hulla
Junge Kokodilschwanzechsen in einem Behältnis im Haus des Meeres © APA/Haus des Meeres/Hulla

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Haus des Meeres setzt sich für bedrohte Krokodilschwanzechsen ein

15.02.2017

Die Krokodilschwanzechse ist bei der Welt-Artenschutzkonferenz (Cites) Anfang Jänner auf die höchste Schutzstufe gestellt worden. Damit gehört das Reptil zu den am meisten vom Aussterben bedrohten Tierarten der Erde, schrieb das Wiener Haus des Meeres kürzlich in einer Aussendung. Einige Exemplare gibt es bereits seit längerem im ehemaligen Flakturm im achten Stock zu bestaunen.

"Wir haben das drohende Verschwinden der Krokodilschwanzechse befürchtet und uns schon vor Jahren dem Erhalt dieser faszinierenden Art verschrieben", hieß es vom Haus des Meeres. Normalerweise lebt die Krokodilschwanzechse, lateinisch Shinisaurus crocodilurus, versteckt in den Regenwäldern Chinas und Vietnams. Dort ist sie durch Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraumes extrem vom Aussterben bedroht. Neuesten Untersuchungen zufolge existieren in freier Wildbahn nur noch knapp 1.000 Exemplare.

Europaweites Zuchtprojekt

Zahlreiche der Wiener Jungtiere konnten mittlerweile an Zoos in ganz Europa, etwa nach Deutschland, England oder in die Niederlande weitergegeben werden, um so ein europaweites Zuchtprojekt zu etablieren. Im Zuge dessen sei man gerade wieder dabei, weitere Zuchtgruppen aufzubauen, um den Genpool der europäischen Population gesund zu erhalten. Durch Rücktausch erweitern nun seit kurzem zwei blutsfremde Männchen aus Basel und mehrere Jungtiere aus Duisburg und Amsterdam den Bestand.

Aktuelle Forschungsergebnisse würden nun zeigen, dass es sich bei den chinesischen und vietnamesischen Shinisaurus um zwei getrennte Gruppen handelt - sich die Tiere also in einigen Merkmalen voneinander unterscheiden. Dies bedeutet, dass aus einer ohnehin schon sehr kleinen Gruppe von Tieren zwei noch kleinere und somit wesentlich gefährdetere Populationen entstehen. Jene in Vietnam umfasst wohl kaum mehr als 100 Tiere.

Momentan wird in Zusammenarbeit mit vietnamesischen Forschern mithilfe von DNA-Untersuchungen geklärt, ob und welche unserer Tiere chinesischer bzw. vietnamesischer Abstammung sind, um hier die jeweiligen Formen nicht zu vermischen.

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