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Kolloquium: Der Baubetrieb wird digital

14.05.2018

Das Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden und Infrastrukturprojekten wird in Zukunft anders ablaufen als heute. An der TU Wien findet am 17.05.2018 ein Kolloquium zu "Zukunftsfragen des Baubetriebs" statt.

Wer Bauprozesse rechtzeitig mit Sorgfalt plant, kann sich eine Menge Ärger ersparen - das weiß jeder, der mit größeren Bauprojekten zu tun hatte. Die Art, wie Bauprojekte geplant und durchgeführt werden, ändert sich derzeit allerdings dramatisch: Die Digitalisierung hält Einzug in das Bauprozessmanagement und öffnet viele neue Möglichkeiten. Wie man diese Möglichkeiten am besten nutzt und weiterentwickelt, wie man Doppelgleisigkeiten vermeidet und mit digitalen Methoden sogar Gerichtsprozesse vermeiden kann, wird am 17. Mai 2018 an der TU Wien beim Kolloquium "Zukunftsfragen des Baubetriebs" diskutiert. Dabei soll ein Dialog zwischen akademischer Forschung, bauwirtschaftlicher Praxis und Expert_Innen aus dem juristischen Bereich entstehen.

Das Gebäude und das Infrastrukturprojekt im Computer

In der Produktionstechnik spricht man heute von "Industrie 4.0" und meint damit, dass die Digitalisierung gerade dabei ist, die Abläufe in den Fabriken zu revolutionieren. Eine ähnliche Revolution ist auch im Baubetrieb im Gange. Alle Phasen des Baubetriebs, von den ersten Planungsideen bis zum Betrieb des fertigen Gebäudes, werden digitalisiert. "Alle sind sich einig, dass das geschehen wird, aber die Vorstellungen darüber, wie das genau ablaufen soll, sind oft noch recht unterschiedlich", erklärt Prof. Gerald Goger vom Institut für Interdisziplinäres Bauprozessmanagement der TU Wien.

Ein möglicher Ansatz ist es, Pläne und Baudaten online zugänglich zu machen, sodass alle Beteiligten jederzeit direkten Zugriff auf alle wichtigen Informationen haben. Man kann auch elaboriertere Herangehensweisen wählen - so spricht man etwa von "Building Information Modeling", wenn ein digitales Modell des ganzen Bauwerks erstellt wird, das alle nötigen Aspekte - vom Grundriss bis zum Brandschutz - von Anfang an nachvollziehbar abbildet. Stellt sich heraus, dass eine Änderung durchgeführt werden muss, kann automatisch alles Nötige veranlasst werden - von der Bestellung einzelner Bauteile bis zum Update der Gesamtkostenrechnung.

Prozesse planen statt Prozesse führen

Dass beim Kolloquium an der TU Wien auch die Rechtswissenschaften mit eingebunden werden, ist ein wichtiger aber nicht alltäglicher Schritt. "Rechtsstreitigkeiten sind im Baubereich leider recht häufig, auch das wollen wir mit kluger digitaler Planung ändern", sagt Gerald Goger. "Ein gut geplanter Bauprozess erspart den Gerichtsprozess." Auch in diesem Bereich spielen digitale Tools eine immer größere Rolle, die baubegleitende Planung muss endgültig der Vergangenheit angehören.

"Aus unserer Forschungsarbeit wissen wir, dass eine klug geplante Digitalisierung enorme Vorteile für das Bauprozessmanagement mit sich bringen kann", sagt Leopold Winkler, einer der Organisatoren des Kolloquiums an der TU Wien. "Mit digitalen Werkzeugen lassen sich Doppelgleisigkeiten beseitigen, und man kann verhindern, dass Zeit mit Arbeit an unnötigen Dokumentationen vergeudet wird." Doch um zu klären, wie die Abläufe im Bauprozessmanagement der Zukunft genau aussehen sollen, ist noch viel Detailabstimmung zwischen Forschung und Praxis nötig - und genau das soll beim Kolloquium an der TU Wien gelingen.

Information und Anmeldung unter: www.zukunftbaubetrieb.at

Kontakt:
Dipl.-Ing. Leopold Winkler
Institut für Interdisziplinäres
Bauprozessmanagement
Technische Universität Wien
Karlsplatz 13, 1040 Wien
T: +43-1-58801-23420
zukunftbaubetrieb@tuwien.ac.at

Aussender:
Dr. Florian Aigner
Technische Universität Wien
PR & Marketing
Resselgasse 3, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41027
florian.aigner@tuwien.ac.at
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