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Überdüngung mit Nährstoffen aus Abwässern erhöht Produktion von Biomasse © APA (Keystone)
Überdüngung mit Nährstoffen aus Abwässern erhöht Produktion von Biomasse © APA (Keystone)

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Mensch reduziert Fischvielfalt in Schweizer Seen

16.02.2017

Menschliche Aktivitäten verändern die Umwelt und damit die Evolution von Arten. Forscher der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) zeigen das am Beispiel von Reinanken in Schweizer Seen. Ein zu hoher Nährstoffeintrag in die Gewässer führt zu immer weniger Arten und einem immer gleichförmigeren Ökosystem.

Eine Überdüngung von Seen mit Nährstoffen aus Abwässern erhöht die Produktion von Biomasse durch Pflanzen, Blaualgen und Bakterien. Damit kann sich die gesamte Nahrungskette verändern. Bestimmte Lebensräume im See werden unbewohnbar, und evolutionäre Selektionsprozesse verändern sich.

Generalisten ersetzen Spezialisten

Das führt dazu, dass viele spezialisierte Arten mehr und mehr durch Generalisten ersetzt werden und sich die Ökosysteme verschiedener Seen immer ähnlicher werden, wie die Forschungsanstalt Eawag mitteilte. Darüber schreiben die Forscher um Ole Seehausen in einem Beitrag zu einem Themenheft der britischen Royal Society über den Einfluss des Menschen auf die Evolution.

Das Phänomen, dass sich die Vielfalt der Reinankenarten in Schweizer Seen mit zunehmendem Nährstoffeintrag reduziert, hatten die Eawag-Wissenschafter zwar bereits in einer früheren Studie beschrieben. Für den neuen Artikel gingen sie aber noch einen Schritt weiter: Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen Fischfangerträgen, der Reinankenvielfalt im See und der Nutzung der Nährstoffe.

Das Ergebnis: Je höher die Vielfalt an Reinanken, desto effizienter werden die vorhandenen Nahrungsreserven im See genutzt. In kaum oder wenig überdüngten Seen wie dem Thuner- oder dem Vierwaldstättersee könnten Fischer demnach mehr Reinanken-Biomasse pro im See vorhandener Nährstoffeinheit fangen als beispielsweise in Zuger- oder Genfersee, schrieb die Eawag.

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