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Netidee fördert Blockchain-Forschung an der Fakultät für Informatik der TU Wien

28.11.2017

Die Forschungsgruppe "Security and Privacy (S&P)" rund um Univ. Prof. Matteo Maffei wurde mit einer Netidee-Förderung für ihr Projekt Ethertrust ausgezeichnet. Die Informatiker_innen der TU Wien entwickeln Technologien, die die Sicherheit von sogenannten Ethereum smart contracts verifizieren.

Smart contracts sicherer machen

Blockchain Technologien sind im Vormarsch: Durch ihre dezentrale Strukturen verändern sie die vorherrschenden Dynamiken der Kapitalisierung und werden von immer mehr Banken und Service-Anbietern unterstützt. Gerade bei Geldtransaktionen bleiben Aspekte der Security und Privacy nach wie vor wesentliche Faktoren sowohl für Benutzer_innen wie auch für Anbieter. "Leider werden aktuelle Blockchain Technologien den Ansprüchen an Security- und Privacy-Garantien noch nicht gerecht. Die gefahrlose Verwendung der Blockchain-Technologien ist allerdings für die langfristige Entwicklung und die allgemeine Akzeptanz dieser Technologien unumgänglich", so Matteo Maffei. Zusammen mit seinem Forschungsteam hat der Informatiker ein Gravitationszentrum für hochqualitative Forschung und Lehre an der Fakultät für Informatik der TU Wien geschaffen, das sich auf Fragen der Security und Privacy für Blockchain Technologien und Kryptowährungen spezialisiert.

Zurzeit engagiert sich die Gruppe rund um Maffei in dem Forschungsprojekt "Ethertrust", in dem die Sicherheit von smart contracts (Programmen, die verteilt auf der Blockchain ausgeführt werden) der Kryptowährung Ethereum verbessert werden soll. Gerade bei Auktionen, dem Unterzeichnen von digitalen Verträgen oder Zahlungstransfers können bestehende Lücken in diesem System schnell zu katastrophalen finanziellen Verlusten führen, erklärt Maffei. Mit Security-Lösungen wie Ethertrust sollen automatische Verifikationstechniken entwickelt werden, die von Endbenutzer_innen wie auch von Softwareentwickler_innen genutzt werden können. Für ihr Projekt Ethertrust hat die Forschungsgruppe kürzlich 20.000 Euro an Forschungsförderung der Netidee erhalten. "Wir wollen das Vertrauen in smart contracts stärken, indem wir frei zugängliche und automatisierte Analyse-Werkzeuge zur Verfügung stellen. Damit ermöglichen wir es Entwickler_innen und Nutzer_innen, wichtige Sicherheitseigenschaften ihrer smart contracts einfach zu überprüfen", erklärt Clara Schneidewind, die federführend an dem Projekt beteiligt ist.

Skalierbarkeit als Schlüssel

Doch auch bei anderen Kryptowährungen ist die Gruppe rund um Matteo Maffei aktiv: In Zusammenarbeit mit Forscher_innen der Purdue Universität (USA) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben die Informatiker_innen auch ein kryptographisches Protokoll entwickelt, das die Skalierbarkeit und Privacy der Kryptowährung Bitcoin verbessert. Im Detail ermöglicht der sogenannte "Multi-Hop Hash Time-Lock Contract" erstmalig das Design von payment channels, die die Privacy von Bitcoin-Klient_innen bewahren. Mithilfe von payment channels können unlimitiert viele Zahlungen getätigt werden während zugleich die Verwendung der Blockchain auf ein Minimum reduziert wird. Den Forscher_innen zufolge ist das das neue Protokoll bereit, als Service ins Bitcoin-Netzwerk integriert zu werden. Vorgestellt wurden die Ergebnisse bei der 24. ACM Konferenz (Conference on Computer and Communications Security), der Flagschiff-Konferenz für Security-Forschung sowie beim Workshop "Scaling Bitcoin", das jährlich die wissenschaftliche Community mit Industrie-VertreterInnen zusammenbringt. Das Design des neuen Protokolls baut auf bisherigen Arbeiten der Informatiker_innen auf. Dazu zählen Security-Lösungen für sogenannte credit networks wie "Ripple", die derzeit bereits von Banken, wie zum Beispiel der Unicredit sowie Kreditkarten-Unternehmen wie American Express bei Fremdwährungs-Zahlungen verwendet werden.

Erster Master-Kurs in Kryptowährungen

Aufgrund der starken Nachfrage für Blockchain-Kenntnisse schuf die Fakultät für Informatik die österreichweit erste Lehrveranstaltung für Kryptowährungen, die von Matteo Maffei geleitet wird. Mehr als 200 Studierende haben sich für den Kurs eingeschrieben und beschäftigen sich aktuell mit den neuesten Entwicklungen im Bereich der Blockchain-Technologien an der TU Wien.

Rückfragehinweis:
Univ Prof. Matteo Maffei
TU Wien, E184/6
Security and Privacy Group
Tel: +43 (1) 58801 184860
Email: matteo.maffei@tuwien.ac.at
Aussender:
Daniela Neubacher 
Public Relations | Öffentlichkeitsarbeit
Favoritenstraße 9/195 | 1040 Wien 
T: +43 1 58801 19568 
E: daniela.neubacher@tuwien.ac.at
http://www.informatik.tuwien.ac.at
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