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Russische Regierung sieht Spekulationen über Sojus-Riss als Hexenjagd

12.09.2018

Die russische Regierung hat Spekulationen über die Ursache eines Risses in einer Sojus-Raumkapsel als inakzeptabel zurückgewiesen. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, trotzdem gebe es Vorverurteilungen und eine Hexenjagd, sagte der für Raumfahrt zuständige Vize-Regierungschef Juri Borissow kürzlich.

"Es ist absolut verwerflich, einen Schatten sowohl auf unsere Kosmonauten als auch auf die US-Astronauten zu werfen", sagte der Politiker der Agentur Tass zufolge. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) arbeiten derzeit sechs Raumfahrer, unter anderem der Deutsche Alexander Gerst.

Zuvor hatte die russische Tageszeitung "Kommersant" geschrieben, dass US-Astronauten für das Leck verantwortlich sein könnten. Ein psychisch labiler Raumfahrer könnte das Loch gebohrt haben, um eine frühere Rückkehr zur Erde zu erzwingen. Diese Version werde von russischer Seite vorrangig untersucht, hieß es in dem Bericht.

Rätseln über Ursache

Borissow betonte, dass es keine konkreten Ergebnisse gebe, die diese Schlüsse zulassen. Ende August war ein kleiner Riss an der Sojus-Kapsel entdeckt worden, die an der ISS rund 400 Kilometer über der Erde angekoppelt ist. Es hatte einen Druckabfall in der ISS ausgelöst. Über die Ursache wird weiterhin gerätselt. Ein Produktionsfehler könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Borissow.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa kommentierte die Vorwürfe bisher nicht, auch Gerst sagte nichts zu den Spekulationen. Sein russischer Kollege Sergej Prokopjew betonte in einem kurzen Video: "Bei uns ist alles in Ordnung. Wir leben in Frieden zusammen. Die Arbeit funktioniert auf freundschaftlicher Basis." Man müsse sich keine Sorgen um die ISS-Crew machen, erklärte der Kosmonaut.

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