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Schweizer Forscher entwickelten 3D-Druck mit Bakterien

04.12.2017

Forscher der ETH Zürich haben eine Tinte mit lebenden Bakterien für den 3D-Druck entwickelt. Damit lassen sich beispielsweise biologische Materialien herstellen, die Giftstoffe abbauen, wie die Hochschule mitteilte.

Bisher wurden für den 3D-Druck "tote Materie" wie Kunststoffe oder Metalle verwendet. Nun hat eine Gruppe von ETH-Forschern vom Labor für Komplexe Materialien eine neue 3D-Druckplattform entwickelt, die mit lebender Materie arbeitet. Die entsprechende Technik wurde in der Fachzeitschrift "Science Advances" vorgestellt.

Unterschiedliche Funktionalität

Mit der Tinte, die Bakterien enthält, lassen sich biochemische Minifabriken mit unterschiedlichen Funktionalitäten drucken - je nachdem, welche Bakterienarten in der Tinte eingesetzt werden.

Beispielsweise kann eine Bakterienart Phenol abbauen, das giftig ist. Eine andere Bakterienart sondert Nano-Zellulose ab. Die bakterielle Zellulose wirkt schmerzlindernd, hält feucht und ist stabil. Sie könnte daher bei Brandverletzungen verwendet werden.

Eine vorstellbare praktische Anwendung wäre ein 3D-gedruckter Sensor mit Bakterien, der Giftstoffe im Trinkwasser anzeigen würde. Denkbar sind auch bakterienhaltige Filter, die bei Ölkatastrophen zum Einsatz kommen.

Herausforderungen sind derzeit die lange Druckzeit und die schwierige Skalierbarkeit, wie es weiter heißt. Die Forschung steht auch erst am Anfang - so haben die Forscher die Lebensdauer der gedruckten Minifabriken beispielsweise noch nicht untersucht. Da Bakterien kaum Ansprüche haben, gehen die Materialwissenschafter aber davon aus, dass die Bakterien sehr lange in gedruckten Strukturen überleben können.

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