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Gotthard-Basistunnel © Alp Transit Gotthard AG
Gotthard-Basistunnel © Alp Transit Gotthard AG

Kooperationsmeldung

Sicher durch den Tunnel

02.06.2016

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit Siemens, die redaktionelle Verantwortung liegt bei APA-Science

Der Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der neuen Alpentransversale für den Bahnverkehr in und durch die Schweiz. Mit einer Länge von 57 Kilometern ist er nicht nur der längste Eisenbahntunnel der Welt; er ist auch ein Prestigeprojekt, bei dem die Ingenieurskunst voll zum Tragen kommt. Zukünftig sollen täglich rund 200 Züge mit mehr als 250 km/h den Tunnel passieren. In drei Stunden von Zürich nach Mailand: Dieser Wunsch vieler Reisender war bisher schlicht nicht erfüllbar. Ab 1. Juni 2016 ändert dies sich: mit der Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Dieses Mammutprojekt, an dem 17 Jahre gebaut wurde, ist nicht irgendein Tunnel, sondern das Paradestück modernster Tunnel­technik - und zugleich der längste und tiefste Eisenbahntunnel der Welt. Für ein hohes Maß an Sicherheit sorgt dabei Siemens: etwa mit ausgeklügelten Brandschutzlösungen.

Rasante Branderkennung

Dass Sicherheit im Tunnel großgeschrieben wird, versteht sich von selbst; Die Röhren sind alle 300 Meter durch Querschläge miteinander verbunden, so dass die Zugpassagiere im Brandfall in die andere Röhre flüchten können. "Nicht Feuer ist die eigentliche Gefahr, sondern Ersticken", erklärt Marco Pradera von Siemens Building Technologies (BT), der als Gesamtprojektleiter die Brandschutzlösungen im Tunnel bauen ließ. An den beiden je 600 Meter langen Nothaltestellen pro Tunnelröhre ist eine Evakuierung von bis zu eintausend Personen möglich. Doch soweit soll es erst gar nicht kommen. Deshalb hat Siemens die Anlage mit unzähligen Sensoren, Überwachungseinrichtungen und Steuerungen bestückt, die über mehrere Tausend Kilometer Glasfaserkabel mit zwei Control-Centern am Nord- und Südportal des Tunnelgiganten verbunden sind. Mit ihrer Hilfe kann bereits beim kleinsten Anzeichen eines Alarms reagiert und Maßnahmen ergriffen werden.

Eine Besonderheit war die Installation der sogenannten Fibrolaser-Technik von Siemens. "Damit ist nicht nur eine täuschungssichere und überaus schnelle Branderkennung und -lokalisierung möglich", so der Ingenieur, "sondern auch die automatische Ansteuerung der Tunnelreflexe, wie beispielsweise die Entlüftung. Dabei wird die richtige Entlüftungsklappe geöffnet, und der Rauch über dem Brandherd lässt sich konzentriert absaugen, während die anderen Klappen geschlossen werden. So wird verhindert, dass sich Rauch in der 600 Meter langen Nothaltestelle und in der Tunnelröhre ausbreitet. Die Evakuierung sowie die Intervention der Feuerwehr um den Brandort kann rauchfrei erfolgen." Im Gotthard-Basistunnel hat Praderas Team die Fibrolaser-Kabel nicht nur an der Tunneldecke montiert. Auch am Boden wacht die Technik über erste Gefahrenanzeichen, "denn es kann zum Beispiel ein feststehendes Rad am Zug oder austretende Flüssigkeit in Brand geraten." Ergänzt wird die Fibrolaser-Lösung durch Wärmebildkameras und durch Rauchmelder, die ständig die Temperatur kontrollieren und die Luft auf Rauchpartikel prüfen.

Weitere Informationen:

Video "The journey through the tube - Safe passage through the Gotthard Base Tunnel"

Porträt Brandschutz von Siemens für den Gotthard-Basistunnel

PoF: Der neue Gotthard-Basistunnel

Offizielle Website: Gottardo 2016

Quelle: Siemens

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