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Arion Vulgaris wurde 1971 erstmals in Österreich nachgewiesen © APA / dpa
Arion Vulgaris wurde 1971 erstmals in Österreich nachgewiesen © APA / dpa

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Spanische Wegschnecke könnte heimische Schneckenarten verdrängen

06.08.2018

Die invasive Spanische Wegschnecke (Arion Vulgaris) könnte heimische Schneckenarten wie etwa die Rote Wegschnecke verdrängen. Zu diesem Ergebnis kommt eine mithilfe von Studenten durchgeführte Studie von Wissenschaftern der Universität für Bodenkultur (Boku). Mehr als 90 Prozent von in rund 1.100 Gärten gesammelten Nacktschnecken erwiesen sich als Spanische Wegschnecken.

Arion Vulgaris zählt laut einer Aussendung der Boku zu den wichtigsten Schadschnecken und "erfolgreichsten" Neuzugängen in ganz Europa und wurde 1971 erstmals auch in Österreich nachgewiesen. Allerdings war bisher unbekannt, wie weit diese Nacktschnecken auch tatsächlich in den Gärten hierzulande verbreitet sind. Daher haben die Forscher einen sogenannten "Citizen Science"-Ansatz gewählt, um Daten aus Privatgärten zu erhalten und über diesen im Fachjournal "BMC Ecology" berichtet.

2.000 Schnecken gesammelt

Für die Sammlung der Daten wurden Studenten eingesetzt, die in knapp 1.100 Privatgärten aus allen Bundesländern rund 2.000 Schnecken sammelten. Zusätzlich wurden die in einem Umkreis von zwei Metern befindlichen Pflanzenarten festgehalten. Der Hauptfokus der Studie lag zwar auf Wien und Umgebung, vertreten waren aber auch Gärten von der trockenen pannonischen Tiefebene bis zum feuchten alpinen Klima.

Mittels eines DNA-Barcoding-Verfahrens wurden die Schnecken dann identifiziert, um sie von der ähnlich aussehenden Roten Wegschnecke abzugrenzen. Resultat: 92 Prozent der analysierten Schnecken waren Spanische Wegschnecken.

Außerdem analysierten die Forscher den Einfluss von meteorologischen und ökologischen Faktoren auf die Schneckenhäufigkeit. Dabei fanden sie heraus, dass häufiger Niederschlag im Frühling, hohe Pflanzenvielfalt sowie viele Regenwürmer offenbar die Zahl der Schnecken steigen lässt. Umgekehrt wirkt sich vor allem die Anzahl der Frosttage im Winter negativ auf die Nacktschneckenpopulation im Folgejahr aus.

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