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Steirische Wollsdorf Leder setzt auf "smartes Leder" als Zukunftsfeld

08.11.2017

Die steirische Wollsdorf Leder arbeitet seit einigen Monaten mit dem Joanneum Research und steirischen Hochschulen an der Zukunft der Leder-Weiterverarbeitung: Das sogenannte Smart Leather Services-Projekt (SLS) beschäftigt sich vor allem mit dem künftigen Einsatz von Leder in autonom fahrenden Autos und Elektro-Fahrzeugen. In beiden Fällen gilt es neue Anforderungen zu erfüllen.

Geschäftsführer Andreas Kindermann beschrieb, dass Autos mit Fahrassistenz in der Zukunft noch besser erkennen sollen, "ob der Lenker da ist". Dazu will Wollsdorf Leder Sensoren in ihre Produkte - vor allem ins Lenkrad - einbauen. Auch Schaltelemente werden künftig direkt im Leder zu finden sein: Die nur etwa 0,05 Millimeter starken Schalter sollen in der obersten Lederschicht eingebaut werden: "Da bewegen wir uns im Bereich der Fein-Technologie", denn Leder an sich ist nur 1,2 bis 1,4 Millimeter stark.

Einen weiteren Vorteil könnte das Leder in ferner Zukunft in Autos bringen, die möglicherweise nicht mehr einzelnen Lenkern gehören, sondern die nur noch für Fahrten benutzt und dann wieder von anderen weiterverwendet werden: Leder ist glatt und leicht zu reinigen. Schon heute wird es gerne in Kurzstreckenflugzeugen verwendet, denn auch da ist das Passagieraufkommen hoch und die Reinigungen müssen rasch und einfach erfolgen, schilderte Kindermann.

Neue Herausforderungen

Mit dem Einzug der Elektro-Mobilität ergeben sich in Autos, die in kälteren Erdteilen benutzt werden, ganz neue Herausforderungen. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren dient die Kühlflüssigkeit des Motorblocks im Winter für die Heizung. Bei Elektro-Autos muss die Heizung von der Batterie übernommen werden, was zusätzlichen Energieverbrauch bedeutet. Um diesen möglichst gering zu halten, muss die Heizung effizienter werden, sagte der Geschäftsführer. Leder soll deshalb künftig noch mehr durch Strahlungswärme das Fahrzeuginnere beheizen.

Schon bisher gab es etwa Heizungen für Lederlenkräder, doch diese sind unter dem Leder verbaut und müssen erst einmal das isolierend wirkende Leder durchdringen, um ihre Wirkung zu entfalten. Künftig will Wollsdorf Leder die Heizung in der obersten etwa 0,1 Millimeter starken Lederschicht einarbeiten. Erste Prototypen wurden bereits hergestellt und patentrechtlich geschützt. Ziel sei es, die Technologie in ein bis zwei Jahren zur Serienreife zu bringen, damit sie in etwa drei Jahren in Autos verbaut werden kann - dann aber nicht nur in Lenkrädern, sondern auch in anderen Interieur-Bereichen und Verkleidungen. "Wir führen das Leder damit in eine zusätzliche Dimension", so Kindermann.

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