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In Summe flossen bisher ca. 335 Mio. Euro Fördermittel nach Österreich © APA (dpa)
In Summe flossen bisher ca. 335 Mio. Euro Fördermittel nach Österreich © APA (dpa)

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10 Jahre ERC - Wissenschafter feiern Forschungs-Impulsgeber in Wien

10.05.2017

Seit 2007 vergibt der Europäische Forschungsrat (ERC) Förderungen von jeweils bis zu 2,5 Mio. Euro an Wissenschafter. Damit habe er die europäische Forschungslandschaft entscheidend vorangebracht, hieß es bei einer Feier zum zehnjährigen Bestehen des ERC in Wien. Auch für Österreichs Wissenschaft war der ERC ein Glücksfall, zeigten sich Vertreter aus Politik und Forschung überzeugt.

Der ERC sei innerhalb kürzester Zeit zu einem "bekannten Begriff für Wissenschafter" geworden, was sich auch an europaweit ungefähr 140 Veranstaltungen zum Jubiläum ablesen lasse, sagte ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon bei der offiziellen österreichischen Jubiläumsveranstaltung im Haus der Europäischen Union. Der Erfolg beruhe auch darauf, dass die Idee und das Konzept aus der Forschungscommunity gekommen ist und viele Wissenschafter seit Beginn daran mitarbeiten, etwa im Peer-Review-Prozess.

Zwar ist für Bourguignon der ERC nicht mehr aus dem Forschungssystem wegzudenken, nun gehe es allerdings darum, diesen Erfolg weiter sicherzustellen. Dazu brauche es unter anderem auch mehr Geld, so der ERC-Chef, der sich eine Aufstockung der jährlichen Mittel in Richtung vier Milliarden Euro pro Jahr wünscht.

"Nachdenken über die nächsten 10 Jahre"

Auch für die österreichische Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny, ERC-Gründungsmitglied und von 2010 bis 2013 Präsidentin der Institution, ist es nun hoch an der Zeit, "über die nächsten zehn Jahre nachzudenken". Der ERC dürfe nicht als selbstverständlich betrachtet werden. Was etwa der Brexit für die Zukunft der Institution bedeuten wird, sei noch nicht vollständig absehbar. Klar sei allerdings, dass die aktuell sehr hohe Erfolgsrate Großbritanniens ohne die EU-Bürger stark zurückgehen würde, erklärte Nowotny.

Im internationalen Vergleich schneidet auch Österreich gut ab. An heimischen Forschungseinrichtungen tätige Wissenschafter haben bisher knapp 190, der insgesamt rund 7.000 bisher vergebenen ERC-Förderpreise eingeworben. Laut der Leiterin der Forschungssektion im Wissenschaftsministerium, Barbara Weitgruber, flossen bisher in Summe ungefähr 335 Mio. Euro Fördermittel nach Österreich. Bei der Erfolgsrate liege man auf Rang sechs.

Angesichts der Tatsache, dass sich "Europa am Scheideweg" befinde, sei der ERC "ein Beispiel 'par excellence', welchen Mehrwert wir auf europäischer Ebene schaffen können", so der stellvertretende Generaldirektor in der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission, Wolfgang Burtscher. Da die anstehende Evaluation dem ERC voraussichtlich ein "ausgezeichnetes Zeugnis" ausstellen wird, "scheinen alle Rahmenbedingungen gegeben, um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben", sagte Burtscher.

Was die finanzielle Entwicklung angeht, werden im kommenden Jahr auf EU-Ebene wichtige Weichen gestellt. Man gehe jedenfalls mit der Forderung nach einer Verdopplung für den gesamten Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) in die Verhandlungen für den finanziellen Rahmen für die sieben Jahre nach 2020, sagte der Europaabgeordnete Paul Rübig (ÖVP), der dem "STOA"-Wissenschaftsausschuss des Europäischen Parlaments vorsteht (STOA: Science and Technology Options Assessment Panel).

Service: https://erc.europa.eu

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