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ACR Woman Award 2018: "Ausprobieren, dann sieht man, dass es möglich ist"

03.10.2018

Der ACR Woman Award 2018 geht an die Wirtschaftsingenieurin Rebekka Köll von AEE - Institut für Nachhaltige Technologien (AEE INTEC). Die 27jährige Forscherin ist seit 2014 bei AEE INTEC tätig und hat sich auf innovative Energiespeichermethoden spezialisiert. Köll erhält den ACR Woman Award 2018 für ihre Leistungen im internationalen Projekt "COMTES" und die institutsinterne Projektleitung des EU-Projekts "SCORES".

"Es ist eine schöne Anerkennung für die Arbeit", sagt Rebekka Köll. Die 27jährige Forscherin wurde am 1. Oktober 2018 im Rahmen der feierlichen Enquete mit dem ACR Woman Award 2018 ausgezeichnet. Köll arbeitet seit vier Jahren als Wissenschaftlerin bei AEE INTEC. Sie erhält die Auszeichnung für ihre Leistungen in zwei internationalen Forschungsprojekten, COMTES und SCORES, bei denen es um die Verbesserung von Langzeitwärmespeichern für Solarenergie geht. SCORES ist ein derzeit noch laufendes EU-Projekt, bei dem Köll die institutsinterne Leitung übernommen hat.

Rebekka Köll kam 2014 als Praktikantin zur AEE INTEC, ein Forschungsinstitut aus Gleisdorf bei Graz, das auf nachhaltige Technologien, insbesondere Energiesysteme, spezialisiert ist. Das Thema Energiespeicherung aus erneuerbaren Energiequellen hat die junge Frau immer schon beschäftigt. "Speicherung ist ein Thema, das für die Zukunft von großer Bedeutung ist, wenn wir tatsächlich einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen wollen", sagt sie.

Köll arbeitet in der Forschungsgruppe "Thermische Energiespeicherung"; dort ist sie die einzige Frau. "Frauen trauen sich technische Berufe oft nicht zu, auch wenn sie Interesse daran haben", meint Köll. Sie kennt dieses Phänomen von sich selbst: Trotz ausgeprägter technischer Interessen verschlug es sie zuerst an die Handelsakademie. "Mir wurde schnell klar, dass ich das nicht zu meinem Beruf machen möchte", meint sie rückblickend. "Zugleich traute ich mir aber einen technischen Beruf nicht wirklich zu."

Rebekka Köll gelang es, sich über ihre eigenen Zweifel hinwegzusetzen und absolvierte auch die anspruchsvolle Mathematik und Physik am Joanneum in Kapfenberg erfolgreich. Dort studierte sie Energie- und Verkehrsmanagement, und dort formierte sich auch ihr Wunsch, im Bereich erneuerbare Energien zu forschen. Durch ein Praktikum bei AEE INTEC schließlich fand sie so etwas wie ihre Berufung: "Man muss sich ins Ungewisse trauen. Der wichtige Schritt ist ausprobieren, dann sieht man, dass es möglich ist", erklärt sie.

Rebekka Köll hat inzwischen ihre Masterarbeit erfolgreich abgeschlossen und leitet institutsintern das EU-Projekt "SCORES". Wie in COMTES geht es bei diesem Nachfolgeprojekt um die Speicherung von Überschuss an Solarenergie für die Wintermonate. Die Speicherung erfolgt dabei nicht durch das Erwärmen von Wasser, sondern durch eine thermochemische Reaktion. "Wir konnten bereits im Vorgängerprojekt COMTES experimentell nachweisen, dass die Methode eine wesentlich höhere Energiedichte als Wasser aufweist und sich als Langzeitspeicher eignet", berichtet Köll. Im aktuellen Projekt geht es darum, die Energiespeicherdichte nochmals deutlich zu erhöhen. Im neuen Projekt wird die Energiespeicherung durch Redoxreaktion erforscht; also durch das kontrollierte Abbrennen von Metallen.

Für ihre Arbeit wünscht sich Köll ein ausgewogenes Verhältnis von wissenschaftlichen und organisatorischen Tätigkeiten. "Im Moment hält sich das noch gut die Waage", meint sie. Ein potenziell stressender Faktor bei ihrer Arbeit sei jedenfalls die Zeit: "In der Forschung entstehen Lösungen erst Schritt für Schritt - das passt manchmal nicht so gut mit Deadlines zusammen."

Insgesamt ist ihr Resümee nach vier Jahren in einem technischen Beruf positiv: "Es ist ein sehr gutes Gefühl, Probleme lösen zu können, die einem zuvor unlösbar schienen."

Video https://youtu.be/euzp4zfv6sc

Über den ACR Woman Award

Seit 2010 vergeben die ACR - Austrian Cooperative Research und das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort jedes Jahr den ACR Woman Award. Der Preis geht an eine Forscherin in einem naturwissenschaftlich-technischen Gebiet, die an einem ACR-Institut arbeitet. Ziel ist es, mit diesem Preis die individuelle Leistung der ausgezeichneten Wissenschaftlerin sichtbar zu machen und Frauen zu motivieren, eine Karriere in Naturwissenschaft und Technik einzuschlagen und zu verfolgen. Die eingereichten Anträge werden hinsichtlich Entwicklungspotenzial der Wissenschaftlerin, Innovationsgehalt des Projekts und praktische Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse beurteilt

Quelle: ACR Newsletter vom 3.10.2018

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