Politik & Wirtschaft

Erste derartige Einrichtung in außeruniversitärem Bereich in Österreich © APA (Neubauer)
Erste derartige Einrichtung in außeruniversitärem Bereich in Österreich © APA (Neubauer)

APA

Boltzmann-Karrierezentrum unterstützt Jungforscher

20.04.2017

Bei weitem nicht für alle Jungforscher ist nach dem Doktorat oder einer Post-doc-Stelle der Karriereweg in der Welt der Wissenschaft gesichert. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) will diese manchmal als "verlorene Generation" im Wissenschaftssystem geltende Gruppe nun in einem eigenen "Career Center" auch auf der Suche nach einem "Plan B" unterstützen, wie die Leiterin der APA erklärte.

Internationale Studien zeigen, dass nur etwa ein Viertel aller Nachwuchsforscher in der Wissenschaft bleiben können. Eine dauerhafte Professorenstelle winkt im Schnitt gar nur 0,5 Prozent. An der LBG sind beispielsweise fast die Hälfte der 600 Mitarbeiter Pre- oder Post-Docs mit großteils zeitlich befristeten Arbeitsverträgen. Vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, sich "nicht erst fünf Minuten vor oder nach zwölf" Gedanken über die Karriere-Zukunft zu machen, sagte die Career-Center-Direktorin Verena Aichholzer bei einer Veranstaltung der LBG in Wien.

Erste Anlaufstelle im außeruniversitären Bereich

Eingerichtet wurde das vorerst für drei Jahre über Mittel des Österreich-Fonds finanzierte Zentrum im Herbst vergangenen Jahres, der eigentliche Start erfolgte nun im März. An Unis gebe es zwar schon ähnliche Services, im außeruniversitären Bereich sei man jedoch die erste derartige Stelle, so Aichholzer. Nicht nur während der Zeit an der LBG will man Jungforscher "am Übergang zum nächsten Karriereschritt begleiten - egal, ob der jetzt in der Wissenschaft und Wirtschaft erfolgt, oder in Richtung Selbstständigkeit geht".

Immer noch gelte: Nachwuchsforscher kennen vor allem das Umfeld "Wissenschaft", es fehle aber an Wissen über andere Bereiche. Trotz bester Ausbildung wüssten manche Jungforscher einfach gar nicht, woran beispielsweise in der Pharmaindustrie geforscht werden kann. Darüber hinaus gehe es auch darum, "die Sprache oder Etikette, die außerhalb der Wissenschaft verwendet wird" zu vermitteln. Auf individueller Ebene bietet man daher Potenzialanalysen, Coachings und Karriereberatung an. Dazu kommen Trainings, Praktika oder Expertengespräche zur Vernetzung mit der "Außenwelt", wie es Aichholzer ausdrückte.

Die Services des Zentrums sollen in weiterer Folge auch für andere Nachwuchsforscher anderer Organisationen geöffnet werden.

Service: http://cc.lbg.ac.at

STICHWÖRTER
Forschung  | Arbeitsmarkt  | Wien  | Wissenschaft  | Arbeit  |
Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung