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Maulide wünscht sich mehr Unterstützung durch die Chemie-Community © APA (Punz)
Maulide wünscht sich mehr Unterstützung durch die Chemie-Community © APA (Punz)

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Chemiker Nuno Maulide - Mehr Geld für Grundlagenforschung nötig

07.01.2019

Mehr Unterstützung für die heimische Grundlagenforschung wünscht sich Nuno Maulide von der Forschungspolitik. In der Bundeshauptstadt habe der Chemiker bisher jedenfalls "starke Unterstützung" erfahren, betonte er bei einer Pressekonferenz. Um Schieflagen beim öffentlichen Bild seines Faches zu beseitigen, könnte die Chemie-Community durchaus mehr tun.

In Österreich werde zwar die angewandte Forschung von der öffentlichen Hand stark unterstützt, im Bereich der Grundlagenforschung sei die Situation jedoch anders. Als Mitglied des Kuratoriums des auf die Förderung letzterer spezialisierten Wissenschaftsfonds FWF beobachte er, wie zahlreiche exzellente Anträge für Forschungsprojekte aufgrund von Budgetknappheit abgelehnt werden müssten.

"Keine Angst vor der Chemie"

Bei der von der Regierung geplanten Exzellenzinitiative, die momentan von einem Expertengremium ausgearbeitet wird, sollten eher personenbezogen herausragende Wissenschafter in Österreich gefördert und mit entsprechender Forschungsinfrastruktur ausgestattet werden. Eine themenbezogene Förderung erscheint Maulide hingegen weniger zielführend.

Sein starkes Engagement in der Wissenschaftsvermittlung werde in der Forschungsgemeinde nicht überall geschätzt, meinte der Chemiker. Es sei aber "ein Fehler der Community", diese Vermittlungsarbeit nicht ernst zu nehmen, nur weil sie sich nicht unmittelbar in wissenschaftlicher Reputation niederschlage. In diesem Zusammenhang seien auch Ideen gefragt, "wie man diese Arbeit belohnen kann".

In der Chemie würden leider viele Leute noch immer "ein Synonym für Umweltverschmutzung" sehen. Dem müsse mit Information begegnet werden, damit zukünftig Menschen "keine Angst vor der Chemie haben". Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Energiewende oder in der Medizin könnten jedenfalls nicht ohne sein Fach angegangen und bewältigt werden, sagte Maulide.

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