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Harald Mahrer steht vor einem Karrieresprung © APA (Neubauer)
Harald Mahrer steht vor einem Karrieresprung © APA (Neubauer)

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Designierter Wissenschaftsminister Mahrer wird am Mittwoch angelobt

16.05.2017

Modern, hip, modisch, mit neuen Medien vertraut - kurzum, als im 21. Jahrhundert angekommen: So stellt sich der bisherige Wirtschafts- und Wissenschaftsstaatssekretär und künftige Minister Harald Mahrer (ÖVP) stets gerne dar. Dass sich der bekennende EU-Befürworter, der auch als ÖVP-Regierungskoordinator fungierte, nur als Übergangsminister bis zur Wahl sieht, darf ob seines Ehrgeizes bezweifelt werden. Die Angelobung des neuen Ministers durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird am Mittwoch um 9.00 Uhr in der Hofburg über die Bühne gehen.

"Ich komme aus der Wirtschaft", dürfte bei Medienterminen einer der häufigsten (Neben-)Sätze des 44 Jahre alten Politikers sein, der in Wien und im Oberkärntner Spittal lebt. Früher war Mahrer unter anderem als Unternehmensberater und im PR-Geschäft tätig.

Als Eigen-PR beherrscht es Mahrer als Politiker, ein jugendliches Image zu pflegen. Er darf nicht nur als wirtschaftsliberal eingeschätzt werden, sondern auch als gesellschaftsliberal - vor allem für eine konservative Partei.

Kritiker werfen dem Neo-Wirtschaftsminister das Produzieren allzu vieler "Luftblasen" und "Überschriften" vor. Wohlgesonnene hingegen sprechen von einem ehrgeizigen Politiker und Strategen, der sich nicht zu schade ist, auch einmal selbst Hand anzulegen und Strategiepapiere selbst (fertig) zu schreiben. Keineswegs überlässt Mahrer seine Agenden nur Mitarbeitern. Selten aber doch kann er auch einmal lauter werden. Schlaf braucht er angeblich wenig.

Fokus auf Start-ups

Ein politisches Fallbeispiel, das Mahrers Intentionen gut beschreibt, ist ein Förderprogramm namens "Global Incubator Network" (GIN). Es ist mit vier Millionen Euro dotiert und soll Start-ups nach Österreich locken. "Es geht um Innovation mit Fokus auf Start-ups und Spin-offs", sagte Mahrer, als er das Programm in Hongkong vor Investoren vorstellte und von Österreich als "the place to be" ("Platz, an dem man sein sollte") sprach.

"No sleep till Gründerland No.1", ließ Mahrer im Rahmen dieser Hongkong-Reise vor eineinhalb Jahre auf T-Shirts drucken. Wohl, um sein Ziel von einem Österreich als Topnation für Unternehmensgründungen zu verdeutlichen. Bei dem Spruch handelt es sich auch um eine Anspielung auf einen Song der US-Kultband Beastie Boys. Die innovative Band, die öfters ihren Stil änderte aber praktisch stets erfolgreich blieb, dürfte zu dem Ziel eines innovativen Standorts Österreich passen, den sich Mahrer wünscht - und passt auch zu einem jugendlichen Image.

Er steht für den jungen Teil der ÖVP, der auf Modernität und Selbstverantwortung pocht. Verhandlungen zur Erneuerungen im Arbeitsrecht und zur Arbeitszeitflexibilität seien wegen SPÖ, Arbeiterkammer und Gewerkschaft "schwierig", sagte Mahrer kürzlich. Das Arbeitsrecht stamme aus den 1960er/70er-Jahren und müsse erneuert werden. "Erwerbsfreiheit ist ein Menschenrecht", sagte er im Sinne von mehr Freiheiten für Einpersonenunternehmen (EPU).

Grundzüge der Bildungsreform vereinbart

In der ÖVP war Mahrer auch als "Spiegel" der jeweiligen Bildungsministerin tätig. Ihm eilt dabei der Ruf voraus, pragmatisch und offen an das Bildungsthema heranzugehen. Die sonst mit der SPÖ vorprogrammierten Grabenkämpfe ließ er weitgehend aus. Mit Gabriele Heinisch-Hosek vereinbarte er die Grundzüge der allerdings nach wie vor nur erst rudimentär umgesetzten Bildungsreform - inklusive High-Five für die "fast geile" Bildungsreform nach Verhandlungsende. Mit Sonja Hammerschmid zurrte er zuletzt das Schulautonomie-Paket fest, dessen Verabschiedung trotz bevorstehender Einigung mit der Lehrergewerkschaft allerdings noch in den Sternen steht.

Mahrer ist übrigens der einzige heimische Spitzenpolitiker, der sich auch zwischendurch öffentlich mit - einem im Trend liegenden - Bart zeigt. Politik macht er auch, um seine wirtschaftsliberalen Prinzipien zu vertreten. Er vermittelt einerseits den Eindruck, dass er keineswegs von der Politik abhängig ist. Andererseits sieht man Mahrer auch den Ehrgeiz an, in der Politik auch gerne mehr zu werden als "nur" Staatssekretär. Das ist nun auch der Fall, zumindest bis zur Wahl.

Mahrer ist laut Firmencompass derzeit Alleingesellschafter bei der HM Tauern Holding Beteiligungsgesellschaft m. b. H. mit Sitz in Spittal. Geschäftsführerin ist Mahrers Gattin. Mahrers Ehefrau Andrea Samonigg-Mahrer ist zudem nicht nur Chefin des allgemeinen öffentlichen Krankenhauses in Spittal, sie ist auch Vereinspräsidentin der Komödienspiele Porcia in der Oberkärntner Bezirksstadt. Gerne schaut sich ihr Mann dort auch das eine oder andere Stück an.

Privat geht Mahrer, geboren am 27. März 1973 in Wien, auf die Jagd und schwimmt gerne - unter anderem im Millstätter See bei Spittal. Dort soll er manchmal auch privat auf Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) treffen. Die beiden können angeblich ganz gut miteinander. Auch Kern zieht es öfters an diesen See, wo er ein Haus besitzt.

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