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Die Zukunft der Mobilität: Gemeinsame finanzielle Kraftanstrengungen

13.10.2017

London im Morgengrauen: Scharen von Büroleuten verlassen die Haltestelle "City Thameslink" und laufen nach Westen, wo das Herz der Londoner Finanzwelt schlägt. Die Zugstation gehört zum knapp acht Milliarden Euro schweren Thameslink-Programm, das den Norden und Süden Londons verbinden und den Straßenverkehr der Metropole deutlich entlasten soll. Besser getaktete Züge und mehr Haltestellen sind die wichtigsten Maßnahmen für diese Strecke, die zu einer der geschäftigsten Eisenbahnlinien Europas zählt.

Mit solch einer Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs haben Infrastrukturinvestitionen wie Thameslink das Potenzial, einen drohenden Verkehrsinfarkt auf den Straßen zu verhindern und so auch Emissionen spürbar zu mindern. Realisiert wird das Projekt als eine Public-private-Partnership (PPP) - und Siemens Financial Services (SFS) als Anbieter von Finanzierungslösungen ist einer der Anteilseigner.

Derartige PPPs sind wichtige Konstrukte, um neue Verkehrsinfrastrukturen überhaupt erst bauen und betreiben zu können. Denn Infrastrukturprojekte sind teuer und daher oft nur als gemeinschaftliche Kraftanstrengung möglich. Ein Report von McKinsey schätzt, dass zwischen 2016 und 2030 weltweit insgesamt 49 Billionen US-Dollar in Infrastrukturprojekte investiert werden müssten, allein um die erwarteten Bevölkerungswachstumsraten unterstützen zu können. Ein großer Teil dieser Investitionen wird in den Städten getätigt werden. Der Marktforscher Navigant Research prognostiziert hier für die folgenden Jahre ein jährliches Wachstum von rund zehn Prozent - von 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 auf rund 95 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026.

Städte stehen in der Pflicht

Diese Investitionen gelten insbesondere für die Verkehrsinfrastruktur - die in vielen Metropolen dieser Welt schlichtweg überlastet ist. Nicht zuletzt deshalb müssen vor allem auch Städte einen wesentlichen Beitrag leisten, um Emissionen zu mindern. Zwar nehmen sie nur etwa zwei Prozent der Fläche auf der Erde ein, sie sind jedoch für mehr als 70 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich - kein Wunder, lebt doch weit mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung im urbanen Umfeld. Die gute Nachricht: Städte sind in der Lage dazu, die Emissionen zu beeinflussen. Laut Experten könnten städtische Maßnahmen, die gut durchdacht, geplant und durchgeführt werden, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 3,7 Gigatonnen verringern, das sind 3.700.000.000 Tonnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden weltweit 12,9 Gigatonnen Treibhausgas ausgestoßen, die Reduzierung betrüge also knapp ein Drittel.

Und dafür sind große Investitionen in die Infrastruktur - wie eben Thameslink - notwendig, und zwar mit einem Partner, der über Expertise nicht nur für die notwendigen technologischen Lösungen, sondern auch die Finanzierung verfügt. Denn da solche Lösungen nicht immer aus dem städtischen Portemonnaie bezahlt werden können, bieten Unternehmen wie Siemens zu ihren Technologien auch gleich die passende Finanzierungsmöglichkeit an. Beispielsweise für die folgenden Verkehrsprojekte: Im chinesischen Zhongtong etwa erwarb das dortige staatliche Busunternehmen über 100 Hybrid- und 20 Elektrobusse, dank einer Finanzierungslösung von Siemens Financial Services (SFS). In der Hauptstadt der Dominikanischen Republik Santo Domingo wiederum wird derzeit eine zweite U-Bahnlinie gebaut. Finanziert wird das 166 Millionen Euro teure Projekt von mehreren Banken, realisiert wird es von einem Herstellerkonsortium unter Führung der Siemens AG. Das gesamte Finanzierungsvolumen wird entsprechend den Lieferanteilen aus den beteiligten Ländern Deutschland, Frankreich und Spanien unter den Konsortialbanken aufgeteilt.

Bei diesen gemeinsamen Infrastrukturlösungen macht jeder der Partner, was er am besten kann - vom Projektbeginn bis zum -ende und darüber hinaus, etwa wenn es um Betrieb und Wartung geht. Die Finanzierung von Infrastrukturprojekten kann dabei äußerst komplex werden, damit auch wirklich jeder Partner seine individuelle Kompetenz einbringen kann, wie das Beispiel Thameslink zeigt. Geschlossen wurde die PPP mit einer Laufzeit von 25 Jahren zwischen dem Department for Transport und dem Projektkonsortium Cross London Trains (XLT), das 177 Millionen Pfund Eigenkapital einbringt. Gleichberechtigte Anteilseigner am Kapital sind SFS und zwei Private-Equity-Investoren. Darlehensgeber sind darüber hinaus 20 Banken. Zur PPP gehört zudem ein Vertrag für den Bau und eine Leasinglösung für zwei Depots, die wiederum finanziert wird durch eine Forderungsankaufsvereinbarung zwischen SFS und Siemens UK. "Durch die Kombination von führender Technologie und innovativen Finanzlösungen unterstreicht das Projekt die Fähigkeit von Siemens, große Infrastrukturvorhaben auch in einem schwierigen Marktumfeld umzusetzen", sagt Roland Chalons-Browne, CEO von SFS. Somit ist sicher: Selbst die effizientesten Infrastrukturprojekte können letztlich nur mit intelligenten Finanzierungskonzepten umgesetzt werden.

Von Gitta Rohling

Quelle: Siemens-Newsletter Pictures of the Future

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