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Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit

31.07.2018

Das Wirtschaftspolitische Zentrum WPZ stellt aus seinem Forschungsprogramm eine neue Studie in Zusammenarbeit mit Professor Jens Südekum (DICE, Universität Düsseldorf) zum Thema "Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit" vor, die sich mit den Folgen der fortschreitenden Digitalisierung und dem Einsatz von Industrierobotern in Deutschland und Österreich auseinandersetzt.

Das Problem der Digitalisierung liegt nicht dort, wo es reißerische Medienberichte oft verorten. Digitalisierung wird nicht zu Massearbeitslosigkeit führen. Für diese Behauptung gibt es keine empirische Evidenz und sie widerspricht einfacher ökonomischer Logik.

Das wahre Problem der Digitalisierung besteht in einer stärkeren Ungleichheit der Lohn- und Einkommensverteilungen und in sinkenden Reallöhnen in der Mitte des Lohnspektrums. Dieser Beitrag beschreibt aktuelle Forschung zu den Arbeitsmarkteffekten einer konkreten neuen Technologie: dem Einsatz von Industrierobotern in Deutschland und Österreich.

Bisher wurden die Löhne durch Roboter nur schwach in Mitleidenschaft gezogen. Diese negativen Lohneffekte können aber schlimmer werden, zum Beispiel durch das Voranschreiten künstlicher Intelligenz und anderer digitaler Technologien. Diesem Problem alleine mit einer Ausweitung der Einkommensumverteilung über Steuer- und Transfersysteme begegnen zu wollen, dürfte langfristig zu kurz greifen. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist keine zielführende Lösung, zumal es auf der unzutreffenden Prämisse beruht, dass das "Ende der Arbeit" nah sei.

Die Wirtschaftspolitik sollte sich stattdessen auf die Primärverteilung der Markteinkommen konzentrieren. Das gesellschaftliche Ziel besteht darin, dass die gesamtwirtschaftlichen Wachstumspotenziale der Digitalisierung möglichst gleichmäßig anfallen. Die wichtigsten Instrumente zur Erreichung dieses Ziels sind eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik und massive Investitionen in die Wissensinfrastruktur zur Förderung von Produktivitätsdiffusion und beruflicher Weiterbildung sowie adäquater Ausbildung insgesamt. Robotersteuern sind der falsche Ansatz. Dafür sollte über Modelle der Mitarbeiterbeteiligung nachgedacht werden. Die zentrale Frage der Digitalisierung lautet: Wem gehören die Roboter?

Die Studie online: http://www.wpz-fgn.com/wp-content/uploads/PA19DigitalisierungZukunftArbeit20180726.pdf

Wirtschaftspolitisches Zentrum WPZ

Das Wirtschaftspolitische Zentrum (WPZ) ist eine Initiative der Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie (FGN-HSG) an der Universität St. Gallen und ist folgenden Aufgaben gewidmet:

• Spitzenforschung mit Anwendungsbezug

• Wissenstransfer in die wirtschaftspolitische Praxis

• Förderung der wissenschaftlichen Nachwuchstalente

• Information der Öffentlichkeit

Unsere Aktivitäten in der Forschung reichen von wegweisenden Studien in Kooperation mit international führenden Wissenschaftlern bis hin zu fortlaufenden wirtschaftspolitischen Kommentaren. Damit wollen wir die wirtschaftspolitische Diskussion mit grundlegenden Denkanstößen beleben und eine konsequente Reformagenda für Österreich entwickeln, um die großen Herausforderungen besser zu lösen. Die Erkenntnisse und Ergebnisse der modernen Theorie und empirischen Forschung sollen zugänglich aufbereitet und kommuniziert werden, damit sie von Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit wahrgenommen und genutzt werden können und für die politische Entscheidungsfindung Relevanz entwickeln.

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Initiativen unterstützen und das WPZ weiterempfehlen. Informieren Sie sich auf www.wpz-fgn.com über unsere Aktivitäten und kontaktieren Sie uns unter office@wpz-fgn.com.

Rückfragehinweis: 
Autor: Professor Südekum
Tel. +49-211-8111622
Professor Keuschnigg
Direktor WPZ
Tel. +43-699-10494150
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