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Großbritannien vor Deutschland und Frankreich © APA (AFP)
Großbritannien vor Deutschland und Frankreich © APA (AFP)

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ERC - Großbritannien und Uni Oxford am erfolgreichsten

09.03.2017

Um eine ERC-Förderung zu bekommen, muss ein Wissenschafter eine aufnehmende Gast-Institution angeben - was kein Problem ist: Üblicherweise werden hervorragende Forscher, die ihre eigenen Forschungsmittel in Form eines ERC-Grants mitbringen, mit offenen Armen empfangen.

Am erfolgreichsten war dabei mit großem Abstand in allen Förderschienen Großbritannien, wo 1.488 bzw. mehr als 21 Prozent der Förderpreise hingegangen sind. Es folgen Deutschland (1.031 Grants), Frankreich (888), die Niederlande (593) und die Schweiz (468).

Oxford vor Cambridge

Im Institutionen-Ranking führt bei den Hochschulen die Universität Oxford mit 189 Grants vor der Universität Cambridge (188). Mit einigem Abstand folgen das University College London (133) und die beiden Eidgenössisch Technischen Hochschulen (ETH) Lausanne (116) und Zürich (110) - letztere ex aequo mit dem Weizmann Institut in Israel, ein EU-assoziiertes Land. Bei den Forschungsorganisationen führt die französische CNRS mit 352 Grants deutlich vor der deutschen Max Planck-Gesellschaft (178) und der deutschen Helmholtz-Gesellschaft (98).

An österreichischen Forschungseinrichtungen tätige Wissenschafter haben bisher 190 ERC-Förderpreise und damit mehr als 250 Mio. Euro eingeworben. Acht Preisträger davon sind mit ihrem Forschungspreis ins Ausland gegangen, womit derzeit 182 ERC-geförderte Projekte hierzulande laufen, wie die Forschungsförderungsgesellschaft FFG auf Anfrage der APA mitteilte.

Davon sind 101 "Starting Grants", 27 "Consolidator Grants" und 54 "Advanced Grants". Der ERC selbst nennt für Österreich 180 ERC-Grants, konkret mit 99 "Starting Grants" um zwei weniger als die nationale Statistik. Der Grund für die Differenz könnte in zwei Fällen liegen: ein Forscher hat seinen ERC-Grant in Österreich nicht angetreten, ein zweiter ist nach Zuerkennung der Förderung verstorben.

310 Mio. Euro Fördermittel nach Österreich

In Summe gingen damit nach Angaben des ERC 310 Mio. Euro Fördermittel nach Österreich. Laut FFG ist die Erfolgsquote von österreichischen ERC-Anträgen mit 14 Prozent höher als im Schnitt aller Staaten (elf Prozent). Im Länderranking liegt Österreich auf Platz elf von 33 Staaten. Betrachtet man die ERC-Grants im Verhältnis zur Zahl der Forscher, liegt Österreich auf Platz fünf hinter Zypern, den Niederlanden, Großbritannien und Belgien.

Jeweils 74 der nach Österreich vergebenen Förderpreise sind aus den Bereichen "Physik und Ingenieurswissenschaften" und "Lebenswissenschaften", 29 aus dem Bereich "Sozial- und Kulturwissenschaften". Bei fünf Projekten handelt es sich um besonders interdisziplinäre Vorhaben.

Im nationalen Institutionen-Ranking liegt laut ERC-Statistik (in der nur Starting-, Consolidator- und Advanced-Grants gezählt werden) die Uni Wien mit 37 ERC-Grants vor dem IST Austria (31), der Technischen Universität Wien (18) und der Universität Innsbruck (11). Nicht erwähnt wird vom ERC die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die nach eigenen Angaben 41 Starting-, Consolidator- und Advanced-Grants erhalten hat, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass hier Doppelzählungen vorliegen.

Von den 180 an österreichischen Einrichtungen tätigen ERC-Fördernehmern sind laut Forschungsrat 125 keine österreichischen Staatsbürger. Abgesehen davon haben 77 Österreicher einen ERC-Grant erhalten, die ihr Projekt an einer Institution außerhalb Österreichs umsetzen.

Feiern in ganz Europa

In den kommenden Tagen wird der runde Geburtstag des ERC in ganz Europa gefeiert. Der ERC selbst veranstaltet am 21. März in Brüssel eine Konferenz, bei der erfolgreiche Projekte vorgestellt werden. An der Universität Wien präsentieren am 13. März unter dem Motto "Science & Drinks" 13 ERC-Preisträger ihre Forschungsprojekte. Am selben Tag gibt der Sozialwissenschafter und frühere Assistent von Ex-ERC-Präsidentin Helga Nowotny, Thomas König, Einblicke in den Forschungsrat. Er hat über die Geschichte des ERC kürzlich ein Buch veröffentlicht ("The European Research Council", Verlag Wiley).

An der Uni Innsbruck spricht der Quantenphysiker Rainer Blatt als ERC-Preisträger am 16. März über seine Forschungen zum Quantencomputer. Die offizielle Jubiläumsveranstaltung in Österreich findet am 10. Mai im Haus der Europäischen Union statt. Dazu werden u.a. ERC-Präsident Jean-Pierre Bourguignon, Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und ERC-Preisträger erwartet.

Service: https://erc.europa.eu

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