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Eva Blimlinger: Bewilligungsrate ist schon jetzt extrem niedrig © APA (Hochmuth)
Eva Blimlinger: Bewilligungsrate ist schon jetzt extrem niedrig © APA (Hochmuth)

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EU-Forschung: Unis wollen Faßmann als Anwalt der Grundlagenforschung

04.07.2018

Die Universitätenkonferenz (uniko) will Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) dafür gewinnen, während des österreichischen EU-Ratsvorsitzes eine stärkere Erhöhung der Mittel für die Grundlagenforschung durchzusetzen. Der Kommissionsvorschlag für das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm sehe einen zu geringen Anstieg für diesen Bereich vor, so uniko-Präsidentin Eva Blimlinger.

Der Entwurf der EU-Kommission für das siebenjährige neunte Forschungsrahmenprogramm "Horizon Europe" (2021 bis 2027) würde eine Erhöhung von derzeit 77 Milliarden Euro für das laufende, ebenfalls siebenjährige Rahmenprogramm "Horizon 2020" auf 100 Mrd. Euro bringen, sagte Blimlinger vor Journalisten. Bei der Verteilung der Mittel gebe es aber eine "große Lobbyinggeschichte" für die anwendungsorientierte Forschung etwa durch Industriellenvereinigung (IV) oder Wirtschaftskammer (WKO). Die Grundlagenforschung verfüge dagegen über keine vergleichbaren Institutionen, die entsprechende Lobbying-Arbeit leisten könnten, meinte Blimlinger.

Die Mittel für die Grundlagenforschung würden zwar insgesamt nicht gekürzt, "aber so geringfügig erhöht, dass man nur schwer über die Runden kommt". So falle etwa die Budgetsteigerung für das European Research Council (ERC) mit 3,6 Mrd. Euro für sieben Jahre deutlich zu gering aus. Schon jetzt sei die Bewilligungsrate aufgrund fehlender Mittel extrem niedrig, argumentierte Blimlinger. Bei den Marie Sklodowska-Curie-Actions für den Forschungsnachwuchs käme es sogar zu Kürzungen.

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