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EYE2018: "Verlasst euch nicht auf Regierungen und Universitäten"

05.06.2018

Der 24-jährige Technologieunternehmer Ionut Alexandru Budisteanu hat beim Europäischen Jugendevent "EYE2018" in Straßburg zu mehr Eigenverantwortung im Bereich Bildung aufgerufen. "Wir lernen heute alles aus dem Internet, also müssen wir auch auf keine Ausbildung mehr warten", sagte der selbst ernannte Computerfreak zu den Teilnehmern der Diskussion über Robotik und künstliche Intelligenz.

Budisteanu, der 2013 vom "Time Magazine" zu einem der "16 Most Influential Teens" gewählt wurde, forderte von der EU einen gesetzlichen "Doppelstandard" für Start-ups. Die strengen Regulierungen, die für große Unternehmen gelten, sollten für Start-ups heruntergeschraubt werden, um Innovation zu fördern. Es fehle in Europa zudem an Produktionsstätten, um Prototypen herzustellen. Um Robotik zu fördern, müsse auch deren Produktion nach Europa geholt werden. "Nur so können wir China und die USA schlagen.", so der Jungunternehmer.

Der deutsche EU-Abgeordnete Andreas Schwab (EVP) bemühte sich mit der Idee aufzuräumen, die Europäische Union würde Innovation im Technologiesektor behindern: "Der Gesetzgeber ist nicht da, um Start-ups zu blockieren.", so Schwab zu den Jugendlichen im Plenarsaal. Wichtige Aufgaben der Politik ortet er dafür in der Garantie von "Cybersecurity", sowie in der Unterstützung derjenigen Menschen, die durch die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung ihre Jobs verlieren werden.

Teile des Profits, der vom Produktivitätsanstieg durch die Automatisierungsprozesse zu erwarten ist, sollten nach Ansicht der Wissenschafterin Francesca Episcopo in Fortbildungen für genau diese Menschen reinvestiert werden. Ethische und gesellschaftliche Überlegungen sowie der Konsumentenschutz müssten immer Bestandteil eines "europäischen Zugangs" zu den Themen künstliche Intelligenz und Robotik sein. Akkordiertes Handeln wie die jüngste Unterzeichnung der Deklaration zur Kooperation bei künstlicher Intelligenz durch 25 EU-Staaten bewertete Episcopo positiv.

In Österreich hat Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bereits im Februar angekündigt, während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz zu legen.

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