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Verkehr zwischen Italien und Österreich erfolgt zum Großteil auf der Straße © APA (dpa)
Verkehr zwischen Italien und Österreich erfolgt zum Großteil auf der Straße © APA (dpa)

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Eurac-Studie analysierte Güterverkehr und zeigt Ungleichgewicht

24.07.2018

Eine Studie des Bozner Forschungszentrums Eurac Research hat die wichtigsten Transportachsen im Alpenraum analysiert und dabei ein Ungleichgewicht festgemacht. Während der Güterverkehr zwischen Italien und der Schweiz zu 66 Prozent auf der Schiene und zu 34 Prozent auf der Straße erfolge, sei das Verhältnis zwischen Italien und Österreich genau umgekehrt, hieß es in einer Aussendung.

Zwischen den Ländern Italien und Frankreich betrage der Anteil der Schiene am Gütertransport gar nur zehn Prozent. Bei der Analyse der wichtigsten Transportachsen im Alpenraum durch die Verkehrsexperten von Eurac Research wurde zudem die Infrastruktur untersucht. Im voralpinen und alpinen Raum zählten die Experten rund 100 sogenannte "intermodale Terminals", in denen die Fracht zwischen Lkw und Zug umgeladen werden kann.

Verschiedene Strategien von Maut bis Bahnausbau

Staaten und Regionen können den kombinierten Güterverkehr mit verschiedenen Strategien fördern. Während einige auf den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur oder der "intermodalen Terminals" setzen, wollen andere den Güterverkehr auf der Straße durch Beschränkungen, Fahrverbote und Mautgebühren einschränken. "Verkehrsbeschränkungen und -verbote können die Verkehrsbelastung auf den Straßen zwar unmittelbar verringern, doch gilt es bei der Bewertung solcher Maßnahmen immer das Gesamtbild im Blick zu behalten", erklärt Federico Cavallaro von Eurac Research.

Höhere Mautgebühren könnten zwar zu mehr Transport auf der Schiene führen. Aber eine unerwünschte Folge könnte auch sein, dass Spediteure neue, kostengünstigere Strecken wählten, um die Kosten zu senken. Auf diesen Routen würde dann die Verkehrsbelastung entsprechend zunehmen.

Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass die erfolgreichsten Strategien restriktive Maßnahmen und positive Anreize verbinden. Zudem sei die internationale Abstimmung essenziell für die Wirksamkeit der Maßnahmen.

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