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Geld für wirtschaftsnahe Forschung © APA (Schmitt)
Geld für wirtschaftsnahe Forschung © APA (Schmitt)

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FFG sucht als "Forschungs-Trüffelschwein" nach Wachstumstreibern

02.03.2017

Wie ein "Forschungs-Trüffelschwein" sei die Forschungsförderungsgesellschaft FFG auf der Suche nach Wachstumstreibern, so FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth bei der Bilanzpressekonferenz. Eine WIFO-Studie ortet diese vor allem unter forschungstreibenden Unternehmen. Diese hätten höheres Umsatz-, Beschäftigungs- und Investitionswachstum als Firmen, die nicht forschen.

Es sei gelungen, die Forschungsbasis in Österreich zu verbreitern, sagte FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner unter Hinweis auf die Entwicklung bei den geförderten Projekten und Akteuren: Die Zahl der zugesagten Projekte habe sich zwischen 2006 und 2016 auf rund 3.300 nahezu verdreifacht, jene der geförderten Einrichtungen auf knapp 3.200 mehr als verdoppelt.

In einer bei der Pressekonferenz präsentierten Studie hat das WIFO die wirtschaftlichen Effekte von Forschung und Entwicklung (F&E) sowie die Rolle schnell wachsender Unternehmen anhand von FFG-Daten untersucht. Überraschend ist für Studienautor Martin Falk, "dass das Ergebnis so signifikant und eindeutig ist". Der positive Zusammenhang zwischen F&E-Aktivität und Beschäftigungswachstum bestehe sowohl über die Zeit, also in Krisen- und Wachstumsphasen, als auch unabhängig von der Betriebsgröße. Auch schnell wachsende Unternehmen seien innovativer, hätten einen höheren Anteil von Firmen mit F&E-Aktivität und eine höhere Exportbeteiligung als nicht so schnell wachsende Betriebe.

Nachfrage nach Förderungen ungebrochen hoch

In der FFG sieht man sich durch die Studie in der Arbeit bestätigt, 10.000 Arbeitsplätze würden pro Jahr direkt über FFG-geförderte Projekte finanziert. Die Nachfrage nach Förderungen sei ungebrochen hoch. 2016 wurden 522 Mio. Euro für Forschungsprojekte genehmigt. Mehr als zwei Drittel davon (356 Mio. Euro) gingen an Unternehmen, 88 Mio. Euro an Forschungseinrichtungen (inklusive Kompetenzzentren des COMET-Programms) und 70 Mio. Euro an Hochschulen. Dazu kommen 93 Mio. Euro für den Breitbandausbau, womit in Summe rund 3.300 Projekte neu bewilligt wurden.

Mit 119 Mio. Euro knapp ein Viertel der Gesamtförderung floss in Projekte aus dem Produktionsbereich, gefolgt von den Informations- und Kommunikationstechnologien mit 106 Mio. Euro, Energie und Umwelt (88 Mio. Euro) und Mobilität (60 Mio. Euro). Bei den Bundesländern führen weiterhin Wien, Oberösterreich und Steiermark mit Abstand. Wien hat 2016 mit 147 Mio. Euro den Spitzenreiter der vergangenen Jahre, die Steiermark, mit 132 Mio. Euro, abgelöst, auf Oberösterreich entfielen 103 Mio. Euro der FFG-Förderungen, Niederösterreich folgt mit 47 Mio. Euro.

Budget in "konstanter Seitwärtsbewegung"

Das Budget der FFG sei seit mehreren Jahren in einer "konstanten Seitwärtsbewegung", so Egerth. Zuversichtlich blickt man aber angesichts der von der Regierung in Aussicht gestellten zusätzlichen F&E-Mittel auf das kommende Jahr. "Wenn dies tatsächlich budgetär umgesetzt wird, haben wir 2018 eine substanzielle Stärkung des FFG-Budgets", sagte Egerth.

Laut Pseiner würden die geplanten zusätzlichen Mittel ein Budget-Plus von 14 Prozent bedeuten. Inhaltlich würde die FFG damit gerne u.a. Dienstleistungs- und Sozial-Innovationen ankurbeln und niederschwellige Formate ausbauen, um mehr Akteure ins Innovationssystem zu bringen.

Neben dem Kerngeschäft Forschungsförderung hat die FFG im Vorjahr rund 2.600 Gutachten für Anträge von Unternehmen für die Forschungsprämie durchgeführt. Auf Erfolge verwies die FFG-Führung auch bei den EU-Forschungsprogrammen: So habe Österreich 2015 (letzte verfügbare Daten) 216 Mio. Euro aus dem EU-Programm "Horizon 2020" eingeworben - "ein All-Time-High bei den Rückflüssen, und das trotz gestiegener Konkurrenz", so Egerth.

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