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Die Preisträger und Rektor Heinrich Schmidinger © Andreas Kolarik/Uni Salzburg
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Forschung muss interdisziplinärer werden

08.06.2018

Anreize innerhalb einer Universität tragen dazu bei, fachübergreifende Forschung attraktiver zu machen - bei gleichzeitiger Vertiefung in einzelnen Disziplinen. Beim "Tag der Universität" entwickelten Experten Lösungsansätze dafür, während begabte Jungforscher ausgezeichnet wurden.

18 ForscherInnen aus den Themengruppen Arts & Humanities, Law & Economics sowie Natural & Life Sciences hatten sich im Vorfeld des "Tages der Universität" um den Young Investigator Award beworben. Im Viertelstunden-Takt stellten sie am frühen Nachmittag ihre Arbeiten vor und fieberten dem abendlichen Festakt entgegen, wo die Gewinner des Young Investigator Awards in den drei Sparten verkündet wurden.

Vorher allerdings tauschten sich Experten über Gegenwart und Zukunft der interdisziplinären Forschung aus. Die akademische Entdeckungsfreude sei inzwischen so verfeinert, dass nur mehr durch den Blick über den fachlichen Tellerrand neue Perspektiven entwickeln könne, sagte Antonio Loprieno, Vorsitzender des österreichischen Wissenschaftsrates. "Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man innerhalb seiner eigenen Disziplin ein gutes Standing hat. Nur dann - und mit dem nötigen Respekt und der angemessenen Bescheidenheit - kann man auf KollegInnen aus anderen Fachbereichen zugehen", verdeutlichte Sonja Puntscher-Riekmann, Leiterin des Salzburg Centre of European Union Studies.

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF hat im März 2018 ein spezielles Grundlagenforschungsprogramm für standortunabhängige, inter- oder multidisziplinäre Forschungsgruppen aufgelegt. "Die Qualität der Forschungen hängt maßgeblich von der Diversität der Teams ab. Wenn sich Wissenschaftler aus ihrer Komfortzone heraus bewegen, steigt diese Qualität", sagte FWF-Direktor Klement Tockner. Der Markt übe Druck auf die Forschung aus, weshalb in der angewandten Forschung fachübergreifende Forschung schon längst State-of-the-Art sei, führte Henrietta Egerth an. Als Geschäftsführerin der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft forderte sie eine Belohnung für Interdisziplinarität und wünschte sich eine holistische Sicht auf die Wissenschaft, wie sie an Universitäten wünschenswert wären.

Die besten Voraussetzungen für interdisziplinäre Forschung in dem Sinne, dass sie ihr fachliches Standing unter Beweis stellten, brachten die Bewerber für den Young Investigator Awards mit. Im Bereich Arts & Humanities gewann Patrick Kutschar mit seiner Arbeit über Interviewer-Effekte und deren Konsequenzen für Schmerzaussagen von Altenheim-BewohnerInnen. Den zweiten Preis erhielt Robert Obermair, der über den österreichischen Wissenschaftler und Politiker Oswald Menghin und dessen Netzwerke geforscht hat. An dritter Stelle folgte Pia Schoknecht. Ihr Thema: Die Schwierigkeit beim Abrufen von Wörtern aus dem Gedächtnis in Anwesenheit von Ablenkern innerhalb von Sätzen.

Im Fachbereich Law & Economics wurde Markus Tiefenbacher mit seiner Forschungsarbeit über den für 2019 geplanten Familienbonus in Österreich ausgezeichnet. Der Zweitplatzierte Ulrich Ernst Palma beschäftigte sich mit Crowdinvesting als alternativer Finanzierungsmöglichkeit. Platz 3 belegte Markus Ellmer, der über die Erwartungen von multinationalen Unternehmen an ihre zukünftigen Mitarbeiter forschte.

Platz 1 im Bereich Nature & Life Sciences ging an Georg Zimmermann. Er hatte seine Forschungsarbeit der Datenanalyse von seltenen Krankheiten gewidmet, vor allem der Frage, ob es weiterer Verfeinerungen in der Forschung bedarf. Den zweiten Preis errangen Julia Reichenberger und Ovidiu Csillik. Reichenberger versuchte die Frage zu beantworten, wie negativ Positivität sein kann, und Csillik führte eine räumlich-zeitliche objektbasierte Bildanalyse zur Kartierung der Landwirtschaft durch.

Risiken eingehen, Experimente wagen und Neues zulassen - diese Wünsche hatten die Experten der Diskussionsrunde an die Universität Salzburg. Mit den buchstäblich ausgezeichneten WissenschaftlerInnen ist sie bestens gerüstet, um diese Hoffnungen umzusetzen.

Quelle: Universität Salzburg

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