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Zuwenig private Finanzierung und ungünstige Rahmenbedingungen © APA (AFP)
Zuwenig private Finanzierung und ungünstige Rahmenbedingungen © APA (AFP)

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Forschungsrat: Österreich mangelt es an Effizienz bei Innovation

05.06.2018

Österreich mangelt es bei seinen Innovationsaktivitäten an Effizienz. Das Missverhältnis zwischen eingesetzten Mitteln und Ergebnissen ist der Hauptgrund, warum das Land trotz einer der höchsten Forschungsquoten in der EU am Ziel scheitern wird, bis 2020 in die Gruppe der führenden Innovationsländer vorzustoßen. Zu diesem Schluss kommt der Forschungsrat in einem neuen Bericht.

Die Bundesregierung hatte sich in ihrer 2011 verabschiedeten Forschungsstrategie das Ziel gesetzt, zur Gruppe der führenden Innovationsländer wie Schweiz oder Schweden aufzuschließen. Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) wurde beauftragt, die Umsetzung der Strategie mit einem jährlichen "Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit Österreichs" zu begleiten, dessen 7. Ausgabe RFT-Chef Hannes Androsch kürzlich in Wien präsentierte.

Der Forschungsrat ortet in einigen Bereichen des Innovationssystems durchaus Fortschritte. So liegt Österreich mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Höhe von 3,15 Prozent (2016) an zweiter Stelle der EU (hinter Schweden mit 3,3 Prozent) und an fünfter Stelle weltweit.

Doch insgesamt bleibe Österreich deutlich hinter den Entwicklungen führender Innovationsländer zurück, "trotz gestiegener Forschungsquote sind wir im Mittelfeld zurückgeblieben", so Androsch. Das zeige sich in den verschiedenen internationalen Innovations- und Wettbewerbs-Rankings, wo der RFT einen "stagnierenden oder gar rückläufigen Trend" konstatiert. Deshalb werde der Abstand zur Spitzengruppe nicht kleiner, sondern größer.

Ziel "Innovation Leader" nicht erreichbar

Bei der Ausarbeitung der Forschungsstrategie hatte sich die Regierung am European Innovation Scoreboard (EIS) orientiert, wo Österreich wie bereits 2011 - nach zwischenzeitlicher Verschlechterung - an der Spitze der Verfolgergruppe liegt. Weil es viel Kritik an den Methoden des EIS gibt, hat der RFT gemeinsam mit dem Wifo 74 Indikatoren zur Leistungsüberprüfung entwickelt. Aber auch dort zeigt sich das gleiche Bild: Nicht einmal die Hälfte der Indikatoren weist im Vergleich zu 2010 eine Verbesserung auf, bei gleichbleibender Dynamik wird bis 2020 nur bei 28 Prozent der Indikatoren das Ziel erreicht. Fazit für Johannes Gadner vom RFT: "Trotz etlicher Verbesserungen ist die Aufholdynamik unzureichend, das Ziel 'Innovation Leader' ist nicht erreichbar."

Für RFT-Geschäftsführer Ludovit Garzik "läuft das Rad nicht rund": Jene Seite des Systems, wo Wissen erzeugt und aufgebaut werde, sei gut ausgebildet; im Gegensatz zur anderen Seite, wo dieses Wissen verwendet werde, etwa um Produkte zu erzeugen.

Als Grund dafür ortet der Forschungsrat "Effizienzbarrieren" im Bildungs-, Hochschul-, Gründungs- und Förderungsbereich. Als Barrieren im Bildungsbereich nennt der RFT u.a. die hohe soziale Selektivität des Bildungssystems und das Problem der Bildungsvererbung. Bei den Hochschulen und in der Grundlagenforschung kritisiert der Rat die "mangelhafte Finanzierungssituation", Probleme bei der Steuerung der Unis sowie "ungesteuerte Studentenströme".

Ungünstige bürokratische, regulative und steuerliche Rahmenbedingungen sowie zu wenig private Finanzierung durch Risikokapital oder Crowdfunding seien Barrieren für innovative Unternehmensgründungen. Und im Bereich der Forschungsförderung ortet der Forschungsrat "Überregulierung, Zersplitterung und unklare Zuständigkeiten".

Der Regierung empfiehlt Androsch, rasch eine Nachfolge-Strategie für die 2020er-Jahre zu beschließen, "und dabei nicht nur beachtliche Zielsetzungen zu formulieren, sondern auch sicherzustellen, dass die notwendigen Wege beschritten werden können".

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