Politik & Wirtschaft

Kooperationsmeldung

Industrie zu Technologiegesprächen: Innovationsstandort weiter stärken

25.08.2017

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit dem Austrian Institute of Technology (AIT)

"Österreichs Unternehmen - und hier vor allem die sogenannten Leitbetriebe - sind wesentlicher Treiber für Innovationen im Land. Alleine die 270 Leitbetriebe leisten rund die Hälfte der privaten Investitionen in Forschung und Entwicklung in Österreich. Damit sichern sie einerseits qualitativ hochwertige Arbeitsplätze im Land und andererseits fungieren sie als Innovationslokomotiven und Türöffner, die KMU und Start-ups erfolgreich mitziehen", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, bei den Alpbacher Technologiegesprächen. Da der internationale Wettbewerb ständig steige, sei es umso wichtiger für attraktive Standortfaktoren - auch im Zukunftsbereich Forschung, Technologie und Innovation - zu sorgen. Mit der Erhöhung der Forschungsprämie habe die Politik ein richtiges und wichtiges Signal gesetzt. "Dennoch: Ich bin überzeugt davon, dass Österreich mehr kann. Wir müssen uns stärker auf unsere Stärkefelder fokussieren. Das Land braucht noch weitere forschungsintensive Unternehmen", so Kapsch. Wesentliches Ziel müsse daher sein, den Standort attraktiv zu gestalten, um neue und zusätzliche internationale Betriebe nach Österreich zu bringen.

Brücken zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung schaffen

Kritisch sieht der IV-Präsident, dass Kreativpotenziale oftmals nicht umgesetzt werden. Um bessere und stabilere Brücken zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung zu schaffen um Ideen erfolgreich auf den Markt zu bringen, plädiert die Industrie für eine weitere Verbesserung der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie zwischen den Forschungseinrichtungen untereinander. Ebenso müsse die Profilbildung der Universitäten vorangetrieben werden. "Außerdem muss sich die Forschungspolitik von ihrem 'Input-Fetischismus' verabschieden und den Output mehr in den Mittelpunkt ihrer Strategie stellen. Wichtiger ist, Gelder zielgerichtet zu investieren", erklärte Kapsch. Bei der Forschungsfinanzierung kritisiert die Industrie die Fragmentierung und Kleinteiligkeit. "Österreich benötigt kritische Programmgrößen und Initiativen mit internationaler Sichtbarkeit sowie ein innovationsförderndes Ökosystem", so der IV-Präsident, der die falsche politische Schwerpunktsetzung in Österreich bemängelte: "Nicht das Geld fehlt, wir haben ein strukturelles Problem. Wir müssen deutlich stärkeren Fokus auf zukunftsbezogene Staatsausgaben - wie Forschung und Bildung - setzen, anstelle vergangenheitsbezogene Ausgaben immer weiter zu erhöhen."

Digitalisierung darf nicht in Horrorszenarien verfallen

"Die Digitalisierung entwickelt sich seit 20 Jahren. Neu ist die Dynamik, die sie bekommen hat", betonte der IV-Präsident. "Die Frage die wir uns dabei stellen müssen ist, wie die Wertschöpfungsketten künftig, in einer vernetzten Welt, aussehen werden und wie die Klein- und Mittelbetriebe erfolgreich eingebunden werden können. Zusätzlich müssen wir kritisch hinterfragen, wie attraktiv der Wirtschaftsstandort Österreich ist und sein wird. Denn gerade mobile Unternehmen investieren viel in Forschung und Entwicklung, leisten hohe Investitionen und schaffen Arbeitsplätze, diese gilt es in Österreich zu halten", so Kapsch der dafür plädierte, dass die Digitalisierung nicht in Horrorszenarien verfallen dürfe. "Wir müssen sie als Chance für Europa verstehen. Denn Länder mit einem hohen Digitalisierungsgrad, weisen eine weit niedrigere Arbeitslosigkeit auf als Länder mit einer geringen Digitalisierung".

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