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Kleine Firmen haben kaum Chancen auf Forschungsgröße

12.06.2018

In Österreich haben kleine Firmen und Neugründungen kaum Chancen, zu einem forschungsintensiven Großunternehmen aufzusteigen. Das zeigt eine Analyse des Austrian Institute of Technology (AIT). Die Studienautoren weisen auf "institutionelle Hemmnisse im österreichischen Innovationssystem" hin, die kleine Firmen davon abhalten könnten, sich zu "forschungsintensiven Playern" zu entwickeln.

Die österreichischen Unternehmen haben zwischen 2002 und 2013 ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) mehr als verdoppelt. Die AIT-Analyse zeigt, dass dafür nur zu einem geringen Teil neue Unternehmen verantwortlich waren: 62 Prozent der F&E-Ausgaben des Jahres 2013 stammen von Betrieben, die bereits im Jahr 2002 geforscht haben.

Im Detail zeigt sich, wie gering die Chancen sind, zur Forschungsgröße aufzusteigen: So existierten 2002 379 F&E-betreibende Firmen mit bis zu neun Beschäftigten. 2013 waren es bereits 1.135 mit dieser Größe, der überwiegende Teil davon allerdings Neugründungen. Nur 53 davon hatten schon 2002 existiert. 35 der ursprünglichen 379 Firmen sind in die Größenklasse zehn bis 49 Beschäftigte aufgestiegen, ein Unternehmen in die Größenklasse 20 bis 249 Beschäftigte.

Internationalisierung als treibende Kraft

Umgekehrt zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß war, dass Firmen, die bereits 2002 forschungsstark waren, auch 2013 noch dieser Gruppe angehörten. Diese Unternehmen können offensichtlich "einen hohen Grad an Innovationsleistung über lange Zeit aufrechterhalten", schreiben die Autoren.

Bernhard Dachs vom AIT-Center for Innovation Systems and Policy sieht vor allem in der Internationalisierung die treibende Kraft für die betriebliche Forschung in Österreich: "Wir sehen große Zuwächse bei den F&E-Ausgaben vor allem bei international agierenden Unternehmen und bei den Tochtergesellschaften multinationaler Unternehmen in Österreich", erklärte er am Dienstag in einer Aussendung.

Die Studienautoren nennen keine Gründe, die kleine Firmen davon abhalten, sich zur Forschungsspitze zu entwickeln. Sie verweisen aber auf frühere Studien, die auf das Fehlen eines Umfelds für die Entwicklung radikaler Innovationen hingewiesen haben, etwa geringes oder nicht vorhandenes Risikokapital, eine tendenziell konservative Förderlandschaft sowie zu wenig Grundlagenforschung. "Eine genaue Analyse der Gründe ist notwendig, um gezielter fördern zu können und so dem österreichischen Innovationssystem mehr Schwung zu verleihen", so Dachs.

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