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Re-Form statt Ent-Führung. © Shutterstock/(kentoh,ESB Professional)
Re-Form statt Ent-Führung. © Shutterstock/(kentoh,ESB Professional)

Kooperationsmeldung

Leading Innovation Impulse: Die Erwartungen an Führungskräfte bleiben hoch

23.11.2018

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit dem TÜV AUSTRIA

Die Hoffnung, dass sich irgendwann ein Ergebnis transformationaler Führung einstellt, peilt am Grundkonzept des steten Wandels vorbei. Transformation erfordert mehr als einmalige Veränderungsimpulse, die Lernphase hört nie auf! Dazu gehören auch Verunsicherung und Irritation.

Für zukunftsorientierte Leader ist das keine Drohbotschaft, sondern eine Selbstverständlichkeit. Wer Sicherheit und Klarheit sucht, meint damit nicht selten Routine. Viele möchten, dass sich etwas ändert - aber wenige wollen sich selbst ändern. Das ist eine riskante Einstellung, denn die angestrebte stabile Situation hat nichts mit organisatorischer Leadership zu tun. Es ist schlichtweg Bürokratie, die langweilige Schwester von Leadership, die als Einzelkind nicht nur Stillstand in Unternehmen bedeutet, sondern Niedergang und Tod. Zukunftssicherheit entsteht nicht durch bessere Verwaltung, sondern durch bessere Führung. Der stetige Lernprozess bewirkt ein Knirschen im Gebälk all jener, die Konstanz und Beschaulichkeit gewohnt waren, und erschüttert jene, die auf neue Organisationsmodelle als Lösung gesetzt oder auf weniger Führung gehofft hatten.

Unternehmen der Zukunft brauchen keine Ent-Führung, sondern eine Re-Form. Und das erfordert einen anderen Blickwinkel im Denken und im Handeln. Natürlich ist es zielführend, eine Organisationsstruktur zu wählen, die diese Perspektiven fördert und unterstützt. Doch im Kern geht es nicht um den Aufbau des Unternehmens, sondern um die Qualität der Führung. Während in der Vergangenheit der Fokus auf Prozessen, Strukturen und Abläufen lag, stehen künftig vor allem Menschen, Fähigkeiten und Kultur im Zentrum.

DI Dr. Stefan Poledna, Vorstand und Mitbegründer TTTech Computertechnik AG: Offenheit und das Denken in Netzwerken muss auf Managementebene getragen werden: Es gilt Partnerschaften zu bilden um Vorteile bei der Digitalisierung nutzen zu können. Bei der Frage nach der Bildung von Plattformen und mit wem man in welcher Form zusammenarbeiten will, ist es nicht mehr so einfach möglich zwischen Kunden und Konkurrenz zu trennen; die Grenzen verschwimmen.

DI Franz Mittermayer, Vorstandsdirektor EVN AG: Die EVN als Gesamtunternehmen kann nicht so leicht und schnell neue Manöver fahren. Es ist daher notwendig Beiboote abzusetzen und in kleinen Gruppen neue Ideen zu entwickeln und zu testen. So werden zum Beispiel Testballone gestartet, um die Auswirkung neuer Verbrauchertechnologien auf das Netz zu beobachten.

DI Armin Rau, Geschäftsführer TRUMPF Maschinen Austria GmbH + Co KG: Für neue Felder werden bei TRUMPF eigene Start-ups gegründet, die nicht an Konzern-Tools und -Prozesse gebunden sind. Pilotgruppen testen dabei neue Technologien. Sollte aus der Technologie nichts werden, wurden nur überschaubare Ressourcen eingesetzt. Auch mit dem universitären Bereich werden Joint Ventures gegründet, um zu ermöglichen dass Forscher gemeinsam mit Mitarbeitern zielgerichtet an der Entwicklung eigener Technologie-Plattformen arbeiten können.

O. Univ.-Prof. DI Dr. Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien: Für Universitäten steckt in dieser Entwicklung die Riesenchance, sich auch in der Forschung aus den "Fächersilos" heraus in interdisziplinären Gruppen neuen inhaltlichen und organisatorischen Herausforderungen zu stellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei unsere Kooperationspartner aus Industrie und Wirtschaft, die einerseits manchmal schneller als wir erkennen, welches Innovationspotenzial wir in der sprichwörtlichen Hand halten, andererseits aber auch Fragestellungen an uns herantragen, die von einer Gruppe allein oder in iterativer Arbeitsweise - Projekt für Projekt - nicht mehr gelöst werden können.

Johann Christof, CEO und Eigentümer Christof Industries GmbH: Bei der Entwicklung neuer, innovativer Produkte kann und muss das Thema Digitalisierung ganz anders beurteilt und mitbetrachtet werden als bei etablierten Produkten und Prozessen. Christof Industries sucht dazu die Zusammenarbeit mit Universitäten.

(Thematische Einführung von Franz Kühmayer, zukunftsInstitut)

Service: Dieser Beitrag ist Teil der Publikation "Leading Innovation Impulse aus dem TÜV AUSTRIA Innovationsbeirat: Band 2 - Wie die digitale Transformation unsere Arbeitswelt radikal verändert", weitere Informationen und Download unter: http://go.apa.at/4v71CAJM

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